Rudern @ Dresdenia Berlin
Dresdenia-Ruderer bald ohne Bootshaus?!
Die Vorstandssportler der Beraterbank hatten offenbar schlechte Berater: Der Verkauf von Bootshaus und Grundstück der Ruderabteilung der SV Dresdenia darf zunächst nicht weiter verfolgt werden. So entschied jetzt das Kammergericht. Begründung der Richter: Ein Verkauf durch den Dresdenia-Hauptvorstand ohne Zustimmung der Abteilung käme einer faktischen Auflösung der 165 Mitglieder starken Rudertruppe gleich. Ein solches Vorgehen sei ein Novum in der bundesdeutschen Vereinsgeschichte.
Bootshaus und Grundstück an der Scharfen Lanke sollten nach einem am 13. Februar geschlossenen Vertrag für 720 000 Euro an die benachbarte Ruder-Union Arkona Berlin gehen. Die Ruderer sollten zum 30. April räumen. Von "Kannibalismus unter Sportvereinen" sprach der Anwalt der Ruderabteilung, Joachim Börner. Denn der Vertrag sei unterzeichnet worden, "obwohl wir den Vorsitzenden von Dresdenia über den Kammergerichtstermin am 14. Februar informiert hatten." Die Ruderer hatten versucht, den Verkauf mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Sie argumentierten, Haus und Grundstück seien aus Eigenmitteln und Zuwendungen gebaut und erworben worden, die ausschließlich von der Abteilung aufgebracht worden seien. Der SV-Vorstand wollte gestern zum Kammergerichtstermin nicht Stellung nehmen.
mst
© Die Welt 2003
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Dresdenia-Ruderer bald ohne Bootshaus?!