Rudern @ Dresdenia Berlin
Dresdenia-Ruderer bald ohne Bootshaus?!
Liebe Sportkameradinnen, liebe Sportkameraden,
bitte schickt diese Information an alle Mitglieder der SVDB weiter, deren Anschrift Euch bekannt ist. Der Vorstand der SVDB ist unserer Aufforderung nach Herausgabe Eurer Adressen nicht nachgekommen, weswegen wir leider nicht alle Interessierten/Betroffenen erreichen können.
Eigentlich wollten wir das Rundschreiben des Vorstands der SVDB vom 22.09.2004 an alle Mitglieder ausführlich beantworten. Das macht aber ohne die Möglichkeit, uns wie der Hauptvorstand ebenfalls an alle Vereinsmitglieder wenden zu können, keinen Sinn. Deshalb haben wir das nachfolgende Schreiben verfaßt.
Auf dieses Schreiben ist bis heute, 7. November 2004, also über drei Wochen nach der (mehrfachen!) Zustellung, keine Reaktion festzustellen. Der Prozeß in der zweiten Instanz scheint nun unvermeidlich zu sein. Der Termin ist auf den 15.11.2004 um 11 Uhr im Kammergericht am Kleistpark (Elßholzstr 30-33) im 4. OG, Saal 449 festgesetzt worden.
Herrn
Dr. Herbert Walter
Vorstandsvorsitzender der
Dresdner Bank AG
Jürgen-Ponto-Platz 1
60301 Frankfurt am Main
13.10.2004
Sehr geehrter Herr Dr. Walter,
Sie werden darüber informiert sein, dass der Streit in die zweite Instanz gegangen und der Termin vor dem Kammergericht Berlin auf den 27.10.2004 angesetzt worden ist. Wir sind ein wenig überrascht über Ihr Schreiben vom 05.10.2004, in dem Sie Ihre schon früher zum Ausdruck gebrachte Auffassung bestätigen, es handele sich um "vereinsinterne Angelegenheiten". Nach unserer Sicht ist das - zumindest jetzt - nicht mehr der Fall.
Der Hauptvorstand der SV Dresdenia Berlin e. V. (SVDB) hat im Grundbuch von Gatow (Berlin), Blatt 2214 in der dritten Abteilung eintragen lassen:
"200.000,00 EUR. Grundschuld ohne Brief zu zweihunderttausend Euro für die Dresdner Bank Aktiengesellschaft in Berlin, Berlin-Zweigniederlassung der Dresdner Bank Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main. 15% Zinsen. 5% Nebenleistung einmalig. Vollstreckbar nach §800 ZPO. Gemäß Bewilligung vom 03.06.2004 (UR-Nr. 52/2004, Notar Dr. Werner H. Giese in Berlin) eingetragen am 30.6.2004."
Damit können Sie sich nicht mehr auf die Position des neutralen Beobachters zurückziehen. Von der Eintragung haben wir erst am 04.10.2004 erfahren. Wir vermuten, dass die Eintragung der Grundschuld in dieser Höhe dazu dienen soll, weitere Kreditaufnahmen des Hauptvorstands der SVDB zur Deckung von Prozesskosten zu ermöglichen. Weiterhin können wir nicht ausschließen, dass über die Kostenlast als Folge der Auseinandersetzung das Grundstück/Bootshaus in die Zwangsvollstreckung gebracht werden soll.
Es würde dann ein weiterer Fall kollusiven Zusammenwirkens zu Lasten der Ruder-Abteilung vorliegen, die nachweislich alle wirtschaftlichen Werte geschaffen hat.
Dieses Mal wäre auch Ihr Haus daran beteiligt. Sollte sich unsere Vermutung bewahrheiten, werden wir rechtliche Schritte auch gegen Ihr Unternehmen einleiten. Hierüber haben wir uns am 12.10.2004 mit unserem Rechtsbeistand beraten.
Der Antrag auf Eintragung in das Grundbuch wurde am 03.06.2004, dreizehn Tage vor der Jahreshauptversammlung der SV Dresdenia Berlin gestellt, obgleich der Kaufvertrag vom 13.02.2003 und die Beschlüsse der Mitgliederversammlungen hierzu vom Landgericht Berlin am 16.01.2004 für nichtig erklärt worden sind. Für den Antrag auf Eintragung der Grundschuld gibt es kein Mandat der Mitglieder. Auf der Jahreshauptversammlung der SVDB am 16.06.2004 wurde dieser wichtige Vorgang nicht erwähnt. Die Eintragung ist unzulässig, da Grundstück und Bootshaus nachweislich wirtschaftlich der Ruder-Abteilung gehören.
Am 29.09.2004 haben der Vorsitzende der Ruder-Abteilung, Herr Dr. Würger, und der Schatzmeister, Herr Poppe, dem Präsidenten des Landessportbundes Berlin, Herrn Peter Hanisch, auf dessen Wunsch alle erforderlichen Unterlagen zur Belegung des wirtschaftlichen Eigentums des Bootshauses und des Grundstücks im Original vorgelegt. Von den Gebühren für die Eintragung der ersten Hypothek in das Grundbuch bis zu den Einrichtungsgegenständen wurde alles über das Konto der Ruder-Abteilung bezahlt. Die Zahlungsbelege hierzu liegen ebenfalls vor. Bauantrag, Baubetreuung und Kontrolle wurden über die Ruder-Abteilung abgewickelt. Der Hauptvorstand hat nur als Treuhänder gedient, da die Eintragung einer Abteilung eines eingetragenen Vereins in das Grundbuch nicht möglich war.
Herr Hanisch hat bei dem erwähnten Besuch am 29.09.2004 seine Vermittlung angeboten und unmittelbar danach Herrn Kussin, Vorsitzenden der SV Dresdenia Berlin, von der Einsicht der Unterlagen in Kenntnis gesetzt. Er erklärte seine Bereitschaft, als Moderator zum Zwecke einer gütlichen Einigung tätig zu werden.
Wir halten es nun für sinnvoll, wenn Sie sich für folgenden Lösungsablauf einsetzen:
1. Der auf den 27.10.2004 vor dem Kammergericht Berlin anberaumte Termin wird ausgesetzt.
2. Dem Gericht wird als Grund eine außergerichtliche Einigung genannt.
3. Inhalt der Einigung ist die lastenfreie und unentgeltliche Übergabe des Grundstücks an einen mit der Ruder-Abteilung identischen eingetragenen Verein.
4. Nach vollzogener und durch Eintragung in das Grundbuch nachgewiesener Übergabe wird das Gerichtsverfahren eingestellt.
5. Alle beteiligten Parteien tragen ihre bisher angefallenen und noch zu erwartenden Gerichts- und Nebenkosten selbst.
Der Vorstand der Ruder-Abteilung ist bereit, auf die Rückerstattung der ihr bisher entstandenen Kosten in Höhe von ca. 50.000 € zu verzichten und wird auch keine Schadenersatzansprüche an den Hauptvorstand der SVDB stellen.
Die Auseinandersetzung entstand, weil der Hauptvorstand der SVDB ohne vorherige Information an die Ruder-Abteilung das Bootshaus mit Grundstück (Clubhaus) verkaufen wollte. Die Begründung, wegen des Wegfalls der finanziellen Unterstützung als Spende der Dresdner Bank AG im Gegenwert von jährlich 50.000 DM für den Sportbetrieb sei keine andere Lösung möglich, überzeugt nicht. Es hätte versucht werden müssen, das Problem im Einvernehmen mit allen Abteilungen, insbesondere mit der Ruder-Abteilung, zu lösen.
Statt dessen wurde der Verkaufsbeschluss des Vorstands der SVDB am 30.01.2003 den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt. Alternativen zur Deckung der Finanzierungslücke wurden nicht aufgezeigt. Es sei noch erwähnt, dass bei der Feststellung des Fehlbetrags der Einnahmen-/Ausgabenüberschußrechnung des Hauptvorstands für das Jahr 2003 der Ausgabenposten "Sitzungen/Versammlungen" mit 12.316,29 € nahezu die Hälfte der früheren Zuwendung der Dresdner Bank AG ausmachte. Die auf der Jahreshauptversammlung am 16.06.2004 hierzu gestellten Fragen, auch von Mitgliedern anderer Abteilungen der SVDB, wurden vom Vorstand nicht sachgerecht beantwortet. Außerdem sind die Verkaufskosten (Prozesskosten) des Hauptvorstands für das Jahr 2003 mit mehr als 80.000 € angegeben worden.
Der Betrag für den Prozess vor dem Landgericht Berlin am 16.01.2004 ist uns nicht bekannt. Damit waren die bisher angefallenen Kosten der SVDB für die Auseinandersetzung um mehr als 30.000 € höher als die der Ruder-Abteilung. Die bei allen Beteiligten (einschließlich Käufer Ruder Union Arkona, Nachbarverein) aufgelaufenen Beträge schätzen wir auf 150.000 €, bei Fortsetzung des Verfahrens werden sie bei ca. 230.000 € ankommen. Wir bedauern, dass diese Mittel nicht für sportliche Zwecke eingesetzt werden konnten.
Dieses Schreiben ist von unserer Seite ein erneuter Versuch, das Verfahren außergerichtlich zu beenden. Wir meinen, dass damit die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben und würden es begrüßen, wenn es Ihnen gelingt, auch die Mitglieder des Hauptvorstands der SVDB davon zu überzeugen, die ausnahmslos und zum Teil leitende Mitarbeiter Ihres Hauses sind.
Der mühsame Dialog mit dem Hauptvorstand der SVDB hat sich inhaltlich und formal auf eine Plattform begeben, die wir nicht betreten möchten. Natürlich wird er durch Kopie dieses Schreibens informiert, das wir auch den Vorständen der Allianz, des Landessportbundes Berlin, des Deutschen Ruder Verbandes und des Landesruderverbandes Berlin zustellen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. H.-D. Würger, M. Wehner, M. Hoffmann, F. Poppe, J. Nepaschink, H. Giehne
(Vorsitzender, Stv. Vors. Fin., Stv. Vors. Sport, Schatzmeister, Ruderwart, Schriftwartin)
Gleichlautendes Schreiben an:
• Herrn Michael Diekmann, Vorsitzender des Vorstandes der Allianz Group
• Herrn Harald Kussin, Vorsitzender der SV Dresdenia Berlin e.V.
• Landessportbund Berlin e.V.
• Deutscher Ruderverband e.V.
• Landesruderverband Berlin e.V.
• Abteilungs-Vorstände der SVDB mit der Bitte um Information an Ihre Mitglieder
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