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Nicht etwa Marsmenschen, nein Heerscharen waschechter Dresdenen stürmten am 23.9.1977 "Moselblümchen" und danach das Spitzhäuschen in Bernkastel-Kues an der Mosel, um die Grundlage für ein gutes Abschneiden bei der 28. Langstreckenregatta um den "Grünen Moselpokal" zu schaffen. Bei einigen Flaschen Wein wurde die Zeit bis zum Geburtstag des Kameraden Günter Ruscher gekonnt vertrieben. Diesem wurde dann um Mitternacht aus schon brüchigen Kehlen, natürlich viel zu hoch angestimmt, ein Ständchen dargebracht, dass die Augen tränten und das Spitzhäuschen in den Grundfesten erzitterte. Gegen halb zwei machte man sich dann auf den Weg ins Bett. Drei Verrückte, von denen zwei noch gar nicht anwesend waren, mussten natürlich wieder zelten. Der einzige von ihnen, der schon da war, hängte dann auch nachts das Zelt mehr an den Himmel, als dass er es auf den Boden stellte. Gegen halb vier wurde dieser von seiner abgeschlafften LuMa gerollt und auf eine Liege verfrachtet. Endlich waren wir komplett...
Nach üppigen Schlaf hangelte man sich Sonnabendfrüh aus den Plünnen, denn die Regattastrecke rief. Sieben wackere Dresdenen wollten die Vereinswelt mal rudernd anstatt fußballspielend überzeugen, wobei ihnen etliche Schlachtenbummler stimmlich helfen wollten.
Zuerst gingen Kamerad Jürgen Wickert und dessen Partner J. Gothan von der RG West mit Steuermann Th. Liehr auf eine 4 Kilometer lange Strecke, die sie bei strahlendem Sonnenschein so gut bewältigten, dass ein schöner 5. Platz dabei heraussprang.
11 Kilometer hatten dann nachmittags im internen Dresdenia-Duell - außer ihnen starteten noch neun Boote - folgende Recken zu bewältigen:
Dresdenia I: F. Pirschel, Ch. Becker, Steuermann Th. Liehr;
Dresdenia II: H. Deneke, K.-D. Liehr, Steuermann Dieter Kärstens;
Vielstarter Thommy war bei diesem Rennen so wild darauf, aufs Wasser zu gehen, dass er plötzlich in der Mosel stand.
Das Wetter hatte, wie schon den ganzen Tag, sonnige Laune, nur machte sich besonders auf der Rückfahrt ein stürmischer Gegenwind bemerkbar. Da beide Dresdenia-Boote direkt nacheinander starteten, entbrannte ein heftiger Kampf; die einen wollten überholen, die anderen sich dieses aber nicht lassen. Nach Ende dieser Tortur gab es dann einen tollen 6. Platz für Dresdenia II und einen achtbaren 10. Platz für Dresdenia I. Dabei muss noch unbedingt erwähnt werden, dass sich Hotte eine Woche vor seiner Hochzeit in dynamischer Form vorstellte, was für seine Ehe das Beste erhoffen lässt.
Unsere schlachtenbummelnden Fans waren's zufrieden, denn kein Dresdenia-Boot wurde letzter; nun kann es nur noch Jahre dauern, ehe wir endlich mal gewinnen.
Schon auf dem Regattaplatz wurden die Strapazen weggespült und die Weinprobe bei unserem Hauswinzer Herrn Thomas hatten sich alle redlich verdient. Die Qualität der dargebotenen Weine wurde mit kräftigen Schlucken entsprechend gewürdigt. Danach wanderte das Gros nach Hause, wobei dank des mitgeführten Kehlenöls sich bei lautstarkem Gesang der Asphalt kräuselte.
Von den Standhaftesten wurden am Sonntagmorgen die 26 Weinproben, die die Regattaveranstalter Bernkasteler RV 1874 und RG Zeltingen traditionsgemäß darboten, fachmännisch verkostet.
Danach fuhren einige, die Kehlen verlangten auch mal wieder nach würzigem Pils, zurück nach Berlin, während der Rest wanderte oder sich ausruhte. Abends wurde dann im Moselblümchen noch einmal ausgiebig gegessen und danach der Wirt des Spitzhäuschens auf unser Kommen im nächsten Jahr vorbereitet.
Rennen | Platz | Mannschaft | Zeit | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
#13 (Senior-B-Gig, 2x+, 11km) | 1. | RR TVK Essen | 46:25,2 | insgesamt 11 Boote |
6. | SV Dresdenia II | 50:50,7 | ||
10. | SV Dresdenia I | 52:19,3 | ||
#14 (AH-Gig (MA: 27), 2x+, 4km) | 1. | Bernkasteler RV | 18:09,2 | insgesamt 7 Boote, gemeldet hatten 8 |
5. | RG West / SV Dresdenia | 18:52,9 | ||
Inzwischen sind alle wieder heil in Berlin gelandet und sich einig, dass 1978 wieder das Motto gilt: Zur 19. Langstreckenregatta nehmen wir, ob aktiv oder passiv, wieder jeden mit. Gute Laune muss entweder mitgebracht oder aber an Ort und Stelle antrainiert werden!
Dankzusagen gilt es noch der RG West für die zur Verfügungstellung eines Bootes, dem BRC Hevella für den Platz auf dem Bootsanhänger und Kamerad Jürgen Wickert für den strapazenreichen Transport der Boote.
Bericht von Dieter Kärsten
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