Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
Liebe Clubmitglieder, liebe Freunde des Rudersports,
seit Erscheinen der letzten Club-Nachrichten ist mehr Zeit vergangen als wir erwartet hatten. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen für die Verspätung. Diese haben alle mit der Auseinandersetzung um unser Bootshaus zu tun.
Viele von Ihnen sind den langen Weg seit Januar 2003 mitgegangen und haben immer wieder deutlich ihren ungebrochenen Willen zur Verteidigung unseres Anspruchs auf den Verbleib an der Scharfen Lanke zum Ausdruck gebracht. Das war eine unschätzbar wertvolle Unterstützung und gleichzeitig auch Ansporn, unsere Sache zu einem guten Ende zu führen. Der Einsatz an Arbeit, Nerven und Geld war und bleibt sehr hoch. Ich möchte an dieser Stelle an Sie alle, besonders aber an meine Kameradinnen und Kameraden im Vorstand meinen herzlichen Dank für Zuspruch, Anregungen, Hinweise und tatkräftige Hilfe richten.
Der Einsatz hat sich gelohnt, das Urteil des Kammergerichtes vom 02.03.2005 ist ein weiterer Fortschritt auf unserem sehr mühsamen Weg zu einem sehr lohnenden Ziel, auch wenn es sich nicht so liest. Wir sind das Urteil noch einmal mit unserem Anwalt, Herrn Dr. Börner, durchgegangen, bei dem wir uns für seine engagierte Arbeit bedanken möchten. Ohne ihn und unseren eisernen Willen, die missliche Auseinandersetzung zu unseren Gunsten zu entscheiden, wären wir heute nicht mehr an der Scharfen Lanke 75! Wir können gelassen dem weiteren Fortgang dieses bedauerlichen Falls entgegensehen.
Ein paar Lesehilfen für diejenigen von Ihnen, denen eine Kopie des Urteils vorliegt, oder die es sich im Internet auf unserer Homepage (www.dresdenia.de) angeschaut haben:
Das Urteil ist hinsichtlich der Nichtigkeitserklärung des Beschlusses der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 30. Januar 2003 sowie des Kaufvertrages vom 13. Februar 2003 viel deutlicher als die entsprechenden Feststellungen des Kammergerichts. Ein Verkauf ist praktisch gar nicht mehr möglich. Lesen Sie hierzu besonders aufmerksam die Seiten 18 und 20 des Urteils.
Die Aussagen vom Kammergericht über den Ersatzstandort für die Ruder-Abteilung wirken ein wenig mager. Die Festlegung der Anforderungen an einen Ersatzstandort waren aber nicht Gegenstand der Verhandlung, es ging um den Beschluss der Mitgliederversammlung und den Kaufvertrag. Daher hat sich das Kammergericht hierzu auch nicht so detailliert geäußert, was nach geltender Rechtsauffassung richtig ist. Für die juristischen Laien unter uns wirken die sehr knappen Sätze vielleicht wie eine kalte Dusche. So etwas ist aber andererseits erfrischend und macht wach! Bangemachen gilt nicht!
Das Kammergericht hat hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse das nach unserer Meinung nicht richtige Urteil des Landgerichts bestätigt. Auf die Einzelheiten soll hier nicht eingegangen werden, wir liefen sonst Gefahr, uns dem Vorwurf auszusetzen, wir wollten den juristischen Fakultäten der Universitäten unseres Landes Konkurrenz zu machen. Wichtig ist für uns die klare Aussage des Gerichts, man habe die wirklichen Eigentumsverhältnisse aus Zeitgründen nicht geprüft und in der Frage, ob eine Abteilung eines Vereins Sondervermögen bilden könne, also ein mit eigenen Mitteln errichtetes Bootshaus als Eigentum beanspruchen könne, ist eine Klärung vor der letzten Instanz, dem Bundesgerichtshof, vom Kammergericht ausdrücklich zugelassen.
Das haben wir aufgegriffen und in der sehr gut besuchten außerordentlichen Mitgliederversammlung am 2. April 2005 im Beisein von Herrn Dr. Börner ausführlich diskutiert. Die anwesenden Mitglieder dieser Versammlung hatten den Vorstand ermächtigt, wenn er es nach sorgfältiger Prüfung für richtig hält, gegen das Urteil wegen dieses Grundes Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen. Wir sind zu diesem Ergebnis gekommen und haben die Kanzlei Hall & Jordan in Karlsruhe gebeten, zunächst formal den Antrag auf Revision zu stellen und gleichzeitig die Frist für deren Begründung bis zum 11. Juli 2005 zu verlängern. In dieser Zeit wird die Kanzlei prüfen, ob eine Aufrechterhaltung des Revisionsantrags sinnvoll ist. Für uns ist dabei wichtig, dass die Verhandlungen in den beiden Instanzen hier in Berlin als nicht zulässig erklärt werden und außerdem ein Hinweis auf die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse gegeben wird. Das hätte zur Folge, dass außer einer wesentlichen Stärkung unserer Rechtsposition wir unsere auf bisher fast 80.000 € aufgelaufenen Anwalts- und Gerichtskosten zurückerhalten würden.
Zeitgleich hat auch der Vorstand der SV Dresdenia Berlin e.V. den Weg zum Bundesgerichtshof (BGH) eingeschlagen. Ob sich die RU Arkona Berlin 1879 e.V. an dem weiteren Streit vor dem BGH beteiligt, ist uns bis Mitte Mai 2005 nicht bekannt geworden.
Hier lassen Sie mich bitte kurz anhalten. Diese Zahl raubt einem fast den Atem. Erwachsene Menschen sind nicht in der Lage als Mitglieder eines Vereins eine Meinungsverschiedenheit in freundschaftlicher Weise zu klären. Dazu wurden von allen drei Parteien externe juristische Gremien in Anspruch genommen und zahlten bis zum heutigen Tag zirka 350.000 €. Muss das noch kommentiert werden?
Unser Vereinsleben besteht aber glücklicherweise nicht nur aus diesem leidigen Rechtsstreit. Wir sind uns dessen sehr bewusst und bedauern, dass uns für die Wahrnehmung unserer eigentlichen Aufgaben kaum Zeit geblieben ist. Die Mitglieder des Vorstands sind ehrenamtlich tätig, haben in ihrem Beruf anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen und sind überwiegend keine jungen Leute mehr. Irgendwo sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Dass wir diese schwierige Zeit ohne größere Blessuren überstanden haben, ist ganz wesentlich auch Ihrer aller Verdienst! Auch hierfür ein ganz herzliches Dankeschön! Fast selbstverständlich und ohne Ansprache sind viele von Ihnen in die Bresche gesprungen und haben erledigt, was notwendig war. Wir möchten Sie nun wieder ein wenig entlasten und uns mehr in das Vereinsleben einschalten, die Dinge tun, die unsere Gemeinsamkeit ausmachen.
Hierbei kommt mir der Gedanke, dass viele Ruderkameradinnen und Ruderkameraden außerhalb unseres Vereins uns selbstlos die Treue gehalten haben. Einer von ihnen ist unser Freund Peter Preißler vom BRK Brandenburgia gewesen. Er kann sich nun nicht mehr für seinen Verein und uns einsetzen. Lieber Peter, wir vermissen Dich und danken Dir für alles, was Du für uns und den Rudersport getan hast. Wir werden auch Dich nicht vergessen wie ebenso unsere Kameraden Helmut Lehninger, Georg Ruscher und Detlev Fieting, die in selbstlosem Einsatz unser schönes Bootshaus errichtet haben. Das soll uns für die Zukunft Verpflichtung sein.
In diesem Sinne möchte ich Sie herzlich grüßen, Ihnen viel Kraft und Gesundheit für die laufende Rudersaison wünschen.
Ihr "Hadi" Würger
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