Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
Freunde, wie die Zeit vergeht, habe ich doch gerade erst anlässlich eines besonderen Ereignisses in einer Club-Zeitung des vorigen Jahrhunderts einen Artikel "60 Jahre und kein bisschen greise" verfasst, und schon begehen wir das 80-jährige Bestehen der SV Dresdenia Ruder-Abteilung.
Aus diesem Anlass haben wir zur Sternfahrt eingeladen. Gemeinsam mit der großen Ruderer-Familie wollen wir diesen Tag festlich begehen und unbeschwert feiern.
80 Jahre - eine lange Zeit, doch die Dresdenen sind jung geblieben, zeigen wieder einmal ihr Engagement und ihre Schaffenskraft auch an Land, und beweisen mit welcher Freude und mit welchem Einsatz sich alle am Gelingen der Sternfahrt beteiligen.
Es ist Sonntag, der 22. August 2004, 8 Uhr morgens, die Sonne erstrahlt schon den Bootsvorplatz, letzte Handgriffe werden angelegt, vervollständigen das Werk, denn alle erforderlichen Vorbereitungen sind bereits vollbracht.
Eine ansprechende Dekoration der Verkaufsstände unterstreicht das reichhaltige Angebot der erfrischenden Getränke, appetitlichen Speisen und leckeren Kuchen. Auch ein Kreativ-Stand stellt sich vor. Am Grill lodert schon ein Feuerchen und ein verführerischer Bratenduft steigt in unsere Nasen.
Liebe Ruderkameradinnen und Ruderkameraden, liebe Freunde des Rudersports und Sympathisanten - wir sind bereit - wir erwarten Euch!
Als erster rollt ein Berliner Leierkasten-Mann seine Drehorgel über den Bootsplatz. Ich denke, Waldschrat oder Vater Abraham, der Vater der Schlümpfe. Sein Outfit bestärkt meine Vermutung. Als die ersten Ruderer mit ihren Booten anlegen, werden sie von ihm am Steg mit einem Ständchen ("janz nach Berlina Art") begrüßt.
Nch und nach füllt sich der Bootsplatz, zu Wasser und zu Land kommen unsere Gäste, insgesamt dürfen wir
- 56 Boote mit 315 Ruderern und Ruderinnen aus 22 Vereinen und vom Kanuclub Charlottenburg,
- das Drachenboot,
- sowie noch rund 130 Landratten
begrüßen.
Unsere Nachbarvereine Hellas-Titania, Arminia, Arkona helfen uns bei der Ablegung der ankommenden Boote, indem sie uns ihre Liegeplätze zur Verfügung stellen. Herzlichen Dank für die nachbarliche Hilfe.
Auch über den Besuch der vielen Landgänger freuen wir uns, und wir bereiten allen einen fröhlichen, abwechslungsreichen, erlebnisreichen und unbeschwerten Tag.
Altbekannte und beliebte Melodien werden von Gert Polley gespielt und mit dem Gesang von seiner charmanten "Eva" untermalt. So tragen sie zur Steigerung der Stimmung bei und unterstreichen das fröhliche Treiben. In den kleinen eingelegten Pausen übernimmt sofort die Drehorgel die musikalische Unterhaltung.
Durchhaltevermögen ist am Bierstand angesagt. Ein erprobtes Theken-Team hat alle Hände voll zu tun, um die durstigen Kehlen ausreichend und schnell mit dem flüssigen Gold zu versorgen.
Im Rahmen unserer heutigen Sternfahrt können wir eben unserem 80-jährigen Jubiläum noch ein zweites Jubiläum festlich begehen und eine außergewöhnliche Ehrung vornehmen.
Der 1. Vorsitzende, Kamerad Hans-Dieter Würger, begrüßt den Bürgermeister von Spandau, Herrn Konrad Birkholz, die Ehrengäste, Frau Gabriele Wrede, Vizepräsidentin des Landessportbund Berlin, Herrn Ralf Ludwig, stellvertretender Vorsitzender des Landesruderverband Berlin, und alle Ruderinnen und Ruderer sowie Freunde des Rudersports.
An seinem Ehrentag - unser Ehrenvorsitzender, Kamerad Lücke, blickte auf 75 Jahre Mitgliedschaft in der RuderAbteilung zurück - erhält Kamerad Lücke aus der Hand des Bürgermeisters von Spandau, Herrn Birkholz,
- eine Wandtafel mit dem Wappen von Berlin-Spandau und
- eine Krawatte, ebenfalls mit dem Spandauer Wappen.
Der Landesruderverband Berlin überreicht durch Herrn Ludwig eine Ehrennadel in Gold für 75 Jahre Mitgliedschaft mit einer Urkunde.
Der Landessportbund Berlin ehrt ihn, vertreten durch Frau Wrede, mit einer goldenen Ehrennadel mit Urkunde für Verdienste um den Deutschen Sport.
Der 1. Vorsitzende der SV Dresdenia Ruder-Abteilung, Kamerad Würger, überreicht die goldene Ehrennadel mit der "75" und eine Urkunde.
Mit bewegten und herzerfrischenden Worten bedankt sich Kamerad Lücke (Was machst du mit dem vielen Gold, lieber Kurt?).
Wie schon in den Jahren zuvor bei festlichen Anlässen kreist auch diesmal das Löschboot der Berliner Feuerwehr in der Bucht der Scharfen Lanke, und mit einem Fontainen-Salut aus vollen Rohren erweist uns die Berliner Feuerwehr ihre Aufmerksamkeit und Ehrerbietung.
Ein interessantes Bild, die Sonnenstrahlen treffen und vereinen sich mit den Wasserfontainen und lassen abwechselnd die schönsten und malerischsten Regenbogen erleuchten.
Vielleicht ist heute "Tag der offenen Tür" auf dem Löschboot, jedenfalls werden unsere Jugendlichen zu einer Fahrt auf dem imposanten Gefährt eingeladen. An Bord wird natürlich noch einmal die gewaltige Kraft und anschauliche Pracht auf Kommando "Wasser marsch" vorgeführt. Auch wir Großen sind beeindruckt und fasziniert und sind begeistert, dass auch wir zu einer Vorführrunde in der Bucht auf dem Löschboot starten können. Ohne zu übertreiben - es war ein sehr feuchtfröhliches Erlebnis.
Später im Thekenraum revanchieren wir uns bei der Crew des Löschbootes mit einem goldgelben Strahl aus dem Bierhahn.
Am späten Nachmittag lichten sich die Reihen, die Boote steuern wieder ihren Heimathafen an. Die Landgänger sind auf die Sonnenseite des Platzes gewechselt und genießen noch lange bei Bier, Sekt oder Wein das gemütliche Beisammensein.
Irgendwann geht auch der schönste Tag zu Ende, wenn das Verabschieden einigen Gästen auch schwer fällt. Auch die Dresdenia-Mannschaft sitzt noch kurz zusammen, lässt den Tag Revuepassieren. Alles hat super geklappt, wir sind sehr zufrieden.
Als ich nach 20 Uhr müde und kaputt den Heimweg antrete, bestätigt und entschädigt die Gewissheit: Es war ein sehr schöner Tag, eine gelungene Veranstaltung, die Resonanz unserer Gäste positiv, die Stimmung fröhlich und entspannt.
Der Wunsch und die Worte des Spandauer Bürgermeisters, Herrn Birkholz, klingen in mir nach, mögen wir doch noch oft so schöne Feste feiern und unseren geliebten Rudersport von dieser Stelle an der Scharfen Lanke 75 ausüben können.
Heidi Giehne
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