Rudern @ Dresdenia Berlin
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Anrudern 2004

 

Mehr als 50 fleißige Hände putzten und schrubbten seit Anfang der Woche das Bootshaus, fegten und entsaubten die Bootshallen, harkten den Bootshallenvorplatz und Parkplatz und machten die Boote startklar für das Anrudern am 27. März 2004.
Das Wetter ist schön, blauer Himmel, Sonnenschein, die Stimmung ist super. Der Vorsitzende, Kamerad Würger, begrüßt gegen 14 Uhr zirka 50 Mitglieder, Gäste und Freunde der Ruder-Abteilung auf dem Bootshallenvorplatz, die Boote und ihre Mannschaften befinden sich in Wartestellung. Er wünscht allen Aktiven eine erfolgreiche Ruder-Saison bei bester Gesundheit und ohne Bootsschaden. Der Ehrenvorsitzende, Kamerad Kurt Lücke, schließt sich den Worten und guten Wünschen an und beide geben den Start in die neue Ruder-Saison 2004 frei:
2 Achter, 1 Vierer, 1 Dreier werden zu Wasser gelassen, man spürt die Erregung. Eins werden mit der Natur, den Körper spüren und den Alltag vergessen, das ist jetzt das Motto der Ruderer! Wie faszinierend und lebensbejahend der Rudersport angenommen und ausgeübt wird, zeigt folgendes Beispiel: Im 81. Lebensjahr steuert unsere Fritzi (Ella Lücke) mit kleiner, jedoch fester und sicherer Hand ihre Mannschaft durch das kühle Nass, wogegen der jüngste Ruderer an diesem Tag erst 12 Lebensjahre zählt. Wer beim Kommando "in die Auslage" glücklich lächelt und bei "fertig los" lockere Gesichtszüge behält, der macht es richtig.
Die vier Boote entschwinden schnell unseren Blicken, die Trockenruderer begeben sich wieder ins Bootshaus und bereiten sich für die gemütliche Kaffee-Tafel vor. Unsere Frau Wurm hat für duftenden, aromatischen Kaffee und köstliche Torten und Kuchen gesorgt. Bei diesem Anblick fällt es uns schwer, auf die Rückkehr unserer Aktiven zu warten, denn nur gemeinsam wollen wir das Kuchen-Büffet "stürmen". Wohlbehalten kehren unsere 4 Boote in ihren Heimathafen zurück, unsere Ruderer sind nicht erschöpft, sondern mit neuer Kraft erfüllt.
Während der gemeinsamen Kaffee-Tafel verlesen die Kameraden J. Nepaschink und J. Traebert die Ergebnisse des Sommerwettbewerbs und des Jahreswettbewerbs 2003. Beim DRV-Fahrtenabzeichen haben von der Dresdenia-Ruderabteilung 5 Jugendliche und 13 Erwachsene den Wettbewerb erfolgreich abgeschlossen und eine Ehrung erhalten. Beim LRV-Sommerwettbewerb haben von der Dresdenia-Ruderabteilung 5 Jugendliche und 11 Erwachsene den Wettbewerb erfolgreich abgeschlossen und eine Medaille erworben. Wir ehren alle erfolgreichen Teilnehmer mit einem 3-fachen Hipp-Hipp-Hurra!
Der 1. Vorsitzende, Kamerad Würger, dankt allen aktiven Sportlern und freut sich mit ihnen über den Erfolg, sowie allen übrigen Mitgliedern für ihren Einsatz und ihr Engagement in 2003. Die Intensität der Arbeit unserer Jugendwarte, der Kameraden D. Klopke und S. Frieben, schlägt sich nieder. Durch ihren ständigen Einsatz war es möglich, die bisherigen guten Erfolge zu erzielen. Alle freuen sich über die Beständigkeit und die Begeisterung, mit der unsere Jugendlichen den Rudersport betreiben. Danke, Euch beiden. Zur weiteren Motivation spendete unser Ehrenvorsitzender, Kamerad Kurt Lücke, unserer jungen Crew eine Lage.
Erfolg beflügelt, macht Energien frei. 2004 liegen viele neue Aufgaben vor uns. Ein ganz besonderes Ereignis feiern wir in diesem Jahr, die Dresdenia-Ruderabteilung hat im Sommer 80-jähriges Jubiläum. Diesen ehrwürdigen Tag möchten wir mit allen Ruderern, Freunden des Rudersports und Sympathisanten feiern.
8 Jahrzehnte bewegte Geschichte, viele freudige Ereignisse und Begegnungen, viele sportliche Erfolge bei fast allen Meisterschaften und Wettbewerben, Präsenz bei Wanderfahrten im In- und Ausland, aber auch Enttäuschungen und Rückschläge mußten wir erfahren. Verlustreiche und beängstigende Zeiten während des Krieges, Traurigkeit und Resignation während der Teilung der Stadt und somit Verlust unserer Wirkungsstätte in Grünau. Das darf uns nie wieder passieren, vielleicht erkennen Verantwortliche ihre Chance, sich für das Fortbestehen einer 80--jährigen Tradition einzusetzen und zu entscheiden, sich auf ihre Fürsorgepflicht zu besinnen und auf politische Willkür und egoistisches Machtstreben zu verzichten.
Lange haben wir noch zusammen gesessen und erzählt über die Vergangenheit und die Zukunft, gegen 19 Uhr gingen wir auseinander im Bewußtsein: "Schöner kann man den Saison-Auftakt nicht beginnen!"

 

Heidi Giehne


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