Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
die internationale Rudergruppe beginnt ihr Abenteuer |
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Jan und Hans stimmen die Wirklichkeit mit der Karte ab |
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das Schloß auf der Pfaueninsel |
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der Teltowkanal |
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das Reichstagsgebäude bei Nacht |
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Nach Arbeitsschluss am Mittwoch begann unsere Reise nach Berlin und dem Frühling entgegen. Das Ziel - wohl kaum überraschend - war der Ruderverein Dresdenia in Berlin-Spandau, wo wir gegen 22 Uhr ankamen und von dem Vorsitzenden, Dr. Würger, in Empfang genommen wurden. Anhand Karten und Gebärden - unser Schuldeutsch war lange nicht in Gebrauch gewesen - erzählte er uns von den Berliner Seen und Kanälen in der Nähe des Vereins.
Während der ersten Nacht hatte Dresdenia auch Besuch von einer internationalen Rudergruppe mit Ruderern aus Dänemark, Holland und Deutschland. Wir kamen schnell ins Gespräch mit anderen Mitgliedern des Vereins und konnten aus ihren Erfahrungen viel lernen. Die Betten des Rudervereins waren für die erste Nacht von der internationalen Rudergruppe schon belegt, und wir wurden im Festsaal untergebracht. Das hatte den Vorteil, dass wir am folgenden Morgen mit einem herrlichen Blick auf den See, der sich in der Sonne spiegelte, erwachten.
Die internationale Rudergruppe hatte eine Barke geliehen, eine Bootsart die in Dänemark nicht bekannt ist. Die Ruderer sitzen in zwei Reihen hintereinander, und weil wir überwiegend auf dem Meer rudern, kommen flache Boote für uns nicht in Frage. Mit unseren nordischen Augen glich es einer experimentellen Zusammenarbeit mehrerer Bootsbauer, wo der eine sein Herz bei den Flussprahms und der andere sein Herz bei den römischen Galeerensklaven hat. Die Barke soll jedoch sehr praktisch sein - sie konnte unglaublich viel Gepäck fassen und hatte gleichzeitig ausreichend Platz für die acht Ruderer, die drei Passagiere und den Steuermann.
Nachdem wir der internationalen Gruppe "Auf Wiedersehen" gewunken hatten, wurden die Kajaks vom Auto abgeladen, und wir machten uns auf den Weg. Die Tagesetappe war ganz einfach den Wannsee zu umrudern dem Uhrzeigersinn entgegengesetzt.
Die Ruderstrecke betrug etwa 35 Kilometer und brachte uns durch üppige und grandiose Landschaften mit unglaublich vielen Ruder- und Segelklubs, die nach dänischen Verhältnissen sehr gross und mit vielen Booten waren. Dann gab es viele private Wohnhäuser in allen Grössen von kleinen Hütten und Lauben zu grandiosen mehrstöckigen Villen.
Gegen Mittag erreichten wir die Glienicker Brücke, und in der Nähe des alten Schlosses machten wir Picknick und ein Nickerchen. Bei wunderschöner Frühlingssonne ging es weiter an noch mehreren grandiosen und romantischen Landschaften vorbei. Aber wie immer, wenn alles gut geht.... In diesem Falle kamen wir zu einem Badestrand, der mit gelben Bojen gekennzeichnet war. Da keine Leute im Wasser waren, schnitten wir ein Stück ab und ruderten innerhalb der Bojen, weil wir ja niemanden belästigen konnten, die nicht dort waren, und weil der blaue Frühlingshimmel immer mehr grau wurde. Unser Leben wäre sicherlich einfacher gewesen, hätten wir uns ausserhalb der Bojen gehalten, denn kurz danach wurden wir von der Wasserschutzpolizei angehalten, und unsere sehr unsicheren deutschen Sprachkentnisse wurden auf eine harte Probe gestellt. Nach einer Weile durften wir jedoch weiterrudern unter der Voraussetzung keiner Wiederholung.
Nicht nur wegen der deutlich sehr aktiven Wasserschutzpolizei ist das Rudern auf ausländischen Seen ganz anders. Die Seen sind bedeutend grösser verglichen mit den dänischen, und das erfuhren wir, als wir etwa das letzte Viertel zurücklegen sollten. Der Wind frischte auf von Nord, und der Wannsee verwandelte sich von einem gemütlichen und romantischen See mit hübschen Gärten und Schlössern in ein rauhes Meer, wie wir es von unserem Ruderrevier kennen. Aber wir sind ja furchtlose Wikinger und beschlossen, weiter unter Land gegen den Wind anzukämpfen und kamen auch nach Dresdenia zurück. Die letzte Strecke hatte an unseren Reserven gezehrt, und wir waren bald bettreif.
Der Nordwind hatte sich nicht gelegt, und auf der Karte fanden wir einen Kanal - den Teltowkanal - wo wir neue Abenteuer erforschen konnten. Der liegt am südlichen Ende des Wannsees, läuft gegen Ost und lag ausserdem im Windschatten eines Waldes - also eine perfekte Lösung. Die Kajaks wurden auf das Auto geladen, wir fanden den Kanal und brachten die Boote zu Wasser. Als wir die erste Schleuse erreichten, kehrten wir um und machten wieder Mittagspause bei der Glienicke Brücke.
Abends waren wir Touristen in Berlin und sahen unter anderem das Brandenburger Tor und das Reichstagsgebäude. Eigentlich war es aus Pflicht, dass wir diese Gebäude besuchten, aber der Reichstag ist abends sehr beeindruckend, und das grosse "Glas-Ei", das aus dem Gebäude wächst, ist etwas ganz Besonderes.
Samstag war Heimreisetag, und nachdem wir aufgeräumt und gepackt hatten, war unser Ziel, Berlin bei Tag zu entdecken und besonders das "Glas-Ei" zog. Aber um 11 Uhr was die Schlange am Reichstag mehr als 200 Meter lang, und dafür hatten wir nicht genügend Zeit. Wir sahen uns dann das skandinavische Botschaftsgebäude an, Sony's imposantes Gebäude, das man am besten als ein rundes Gebäude aus Glas und Stahl mit "Hut" beschreiben kann. Wir waren sehr beeindruckt von der Kreativität der Architektur, und wenn wir auch alle schon mal in Berlin waren, sind wir uns einig wiederzukommen.
Wenn wir das nächste Mal nach Berlin kommen - und das tun wir - wollen wir uns mehr Zeit lassen und das sehen, was wir nicht erreichten, unter anderem Klein Venedig - ein sehr hübsches Gebiet in der Nähe von Dresdenia -, den Tegeler See und den Spreewald, einen überschwemmten Wald südöstlich von Berlin, wo man zwischen den Bäumen rudern kann.
Mit freundlichen Rudergrüssen und vielen Dank für Eure Gastfreiheit,
Hans Høj, Jan Iversen und Ernst Laursen
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