Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
Liebe Clubmitglieder, liebe Freunde des Rudersports,
Sie haben sicherlich schon aus der Tagespresse erfahren, von welchem Horrorszenario ich in dieser Ausgabe berichten muss. "Wir" sollen von der SV Dresdenia Berlin e.V. an die RU Arkona Berlin e.V. verkauft werden!
Die Ausgabe I-2003 der Clubnachrichten ist somit entfallen, weil wir wichtigeres zu erfüllen hatten. Wir wollen aber in Zukunft den Quartals-Rhytmus wieder einhalten. Dafür bitte ich um Entschuldigung und hoffe auf Ihr Verständnis!
Nun zur Sache: Überraschend, denn die Ruder-Abteilung war in die Pläne nicht eingeweiht, wollte die SVDB uns vor vollendete Tatsachen stellen. Das sollte, dass das Grundstück mit Haus und ohne Boote an die RU Arkona verkauft wird. Der Vorgang sollte am 30.04.2003 abgeschlossen sein.
Als Gründungsmitglieder der SVDB, neben Schwimmen, Schach, Tischtennis, waren wir mit der Vorgehensweise des SVDB-Vorstandes nicht einverstanden. Das expansionswütige und auch unsportliche Verhalten des Nachbarn, der uns ebenfalls vor vollendete Tatsachen stellen wollte, hat den Ruderern gezeigt, dass am Begriff "freundliche Nachbarschaft" nichts gelegen ist. Wir sind weder von der SVDB, noch von unseren Nachbarn über die Pläne informiert worden. Die ersten Gespräche zwischen dem Käufer RU Arkona und SVDB wurden bereits im Herbst 2001 geführt.
Auf einer eiligst einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung (siehe dazu die "ausführliche" Einladung des Vorstandes der SVDB vom 27.12.2002) wurde dann am 30. Januar 2003 "mehrheitlich" beschlossen, das Grundstück samt Bootshaus zu verkaufen. Bei dieser Possenveranstaltung, geleitet durch den Vorsitzenden der SVDB Herrn Harald Kussin, Direktor bei der Dresdner Bank, ließ sich bald erkennen, dass es bei vielen, aber nicht allen, Abteilungen nur um das liebe Geld ging, denn es wurden mehr als 30.000,- € pro Jahr (Zinsertrag aus dem Verkaufserlös des Grundstückes mit dem Bootshaus, Verkaufspreis 720.000,- €) zugesagt. "Geld stinkt nicht", dachten wohl einige Abteilungen.
Die SVDB-Ruderabteilung wurde über die Pläne des Verkaufs vom Vorstand der SVDB erstmals mit dem Einladungsschreiben vom 27.12.2002, und in einem Gespäch am 30.12.2002 über den bevorstehenden Verkauf informiert, so dass wir, die Ruder-Abteilung, am 19.01.2003 eine außerordentliche Mitgliederversammlung hatten. Bei dieser Versammlung war das Haus voll. Unter den Gästen waren u.a. die Herren Hans-Herrmann Meyer (DRV-Vorstand), Heinz Gottschalk (Vorsitzender des LRV) nebst vielen Mitgliedern auch anderer Rudervereine anwesend. Es wurde von allen stimmberechtigten Mitgliedern der Ruder-Abteilung (einstimmig) festgelegt, den Rechtsweg, der vom anwesenden Rechtsanwalt und Notar Dr. Jürgen Börner vorgeschlagen wurde, einzugehen.
Obwohl den Vorständen von RU Arkona und SV Dresdenia Berlin das Kurzgutachten vom 26.02.2003 des Rechtsanwalts Dr. Börner vorlag und das Kammergericht mit Schriftsatz vom 11.02.2003 zu einer mündlichen Anhörung am 24.02.2003 geladen hatte, wurde die zwischen RU Arkona und der SVDB für den 14.02.2003 vorgesehene Unterzeichnung des Kaufvertrages um einen Tag vorgezogen und dieser am 13.02.2003 geschlossen. Die am 14.02.2003 vom Kammergericht erlassene einstweilige Verfügung kam damit zu spät!
Auf erneuten Antrag der Ruder-Abteilung wurde dann am 14.04.2003 eine weitere einstweilige Verfügung erlassen. Über beide können sie auf den nachstehenden Seiten nachlesen.
Zu guter letzt will ich vorwegnehmen, dass wir als Ruder-Abteilung nunmehr auch selbst klagebefugt sind. Mit großem juristischem Aufgebot hatten beide Parteien (die RU Arkona und die SVDB) vergeblich versucht, uns das juristische Vertretungsrecht vor einem Gericht als Abteilung abzuerkennen. Das Gericht ist diesen Wunschvorstellungen nicht nachgekommen, und das ist gut so. Durch den nun vorliegenden höchstrichterlichen Beschluss ist zukünftig die Möglichkeit gegeben, dass auch andere Abteilungen der SVDB sich selbst juristisch vertreten lassen dürfen.
Die uns bisher entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten betragen ca. 15.000 €.
Auf Initiative des Landessportbundes Berlin fand am 16.03.2003 in unserem Bootshaus ein Sondierungsgespräch zwischend den Vorständen aller Beteiligten (RU Arkona, SVDB und der Ruder-Abteilung) statt. Die Gesprächsleitung hatte der LSB. Während der mehr als zweistündigen Diskussion wurden Überlegungen angestrengt, wie die Ruderer der SVDB der RU Arkona beitreten sollten (Übernahme, Fusion oder ?). Das Thema "Fusion" wurde von der RUA strikt abgelehnt. Nach den Vorstellungen der RUA sollte unser Bootshaus künftig als Sportzentrum für Gymnastik und Rückenschule dienen. Die RUA hat deutlich darauf hingewiesen, ein leeres Grundstück und Haus zu kaufen; von Mitgliedern steht nichts im Vertrag. Die Dresdenen, alle werden hoffentlich nicht kommen. Die dann kommen, müssen einen Aufnahmeantrag bei der RUA stellen, um weiterhin dem Rudersport nachzugehen; so die Aussage des Vorstandes.
Welchen Inhalt hatte doch der Brief der RUA vom 16.01.2003?
Um endlich Klarheit über den Verkauf zu haben, wollen Mitglieder aus fünf Abteilungen der SVDB eine außerordentliche Mitgliederversammlung der SVDB einberufen. Der Antrag wurde zwischenzeitlich von 140 Mitgliedern unterschrieben und dem Vorstand übergeben.
Im übrigen fand bis heute noch keine ordnungsgemäße Hauptversammlung für das bereits abgelaufene Jahr 2002 statt (§8 Punkt 2, Satzung der SVDB) statt. Vielleicht hat der Vorstand damit gerechnet, dass wir am 1. Mai 2003 als Abteilung nicht mehr existieren und somit auch nicht mehr teilnhemen können.
Unser Dank gilt allen Vereinen von "Tegelort bis Rastatt", die uns nicht nur moralisch, sondern auch finanziell unterstützt haben!
Danke auch für die spontanen Eintritte von 11 Mitgliedern aus 6 Rudervereinen (auch von der RU Arkona), die uns geholfen haben, unsere Ziele optimistisch und geradlinig zu verfolgen.
Die beiden Urteile lassen hoffen, dass "unsere Hoffnung langlebig bleibt und zuletzt stirbt".
Trotz aller Problematik, die wir gemeinsam auch lösen werden, wünsche ich Ihnen allen einen guten Start in die Sommersaison 2003 mit vielen sportlichen und erlebnisreichen Ruderfahrten.
Eine nachträgliche Würdigung der Kameradin Ingeborg Kirsch zum 50. Vereins- und DRV-Jubiläum und des Kameraden Herbert Klatt zum 90. Geburtstag erfolgt in der nächsten Ausgabe.
Die journalistische Beziehung des Schrift- und Pressewartes Willy Zimmer zu der schreibenden Zunft der Tagespresse "Der Spandauer", "Spandauer Volksblatt", "Der Tagesspiegel", "Berliner Morgenpost", "Die Welt" war eine gute Voraussetzung, unsere Probleme an die Öffentlichkeit zu bringen. Lieber Willy, Danke!
Bleiben Sie mir gesund, damit wir gemeinsam unser schönes Bootshaus noch recht lange nutzen können.
Ihr "Hadi" Würger
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