Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
gemütlicher Freitagabend beim RC Süderelbe |
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ein Polizei-Aufgebot für bummelnde Dresdenen? |
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Sport-Alternative #1: Tischfußball |
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Sport-Alternative #2: Schaukeltier-Reiten |
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der Abschied von Murat fällt schwer |
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am Harburger Bahnhof hätten wir billiger übernachten können |
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Gegen 21 Uhr trafen sich fast alle Teilnehmer im "Silver Wings" am Columbiadamm, um dort auf Andys Party anlässlich seiner bestandenen Prüfung zum Veranstaltungstechiker die letzten Details der morgen beginnenden Tour zu klären. Dies gelang insofern, als dass immerhin Treffpunkt und Uhrzeit für die Anreise nach Hamburg vereinbart werden konnten. Ansonsten widmete man sich unter dem lautstarken Einfluss gepflegter Rockmusik lieber den anderen Gästen, der Tanzfläche sowie der Frage, auf welche Art Mitbürger man beim Verlassen des Clubs treffen würde - Manowar, "die lauteste Heavy-Metal-Band der Welt", gastierte direkt gegenüber.
Um 1 Uhr morgens schlug uns am Eingang die eisige Winterluft entgegen. Die Stadt schlief und - hoppla! - die meisten von uns hatten auch noch einen Arbeitstag zu überstehen...
Anreise #1: Mit dem 17-Uhr-"BerlinLinienBus", der bereits 20 Minuten vor fünf startete, rauschten die Herren gen Hamburg; aber noch vor dem Autobahn-Dreieck Havelland zwang ein Unfall den Bus zu 1½ Stunden Stillstand. Bei 24°C Innentemperatur - wer im Winter warme Wäsche trägt, ist halt selber schuld - konnten wir Polizei- und Abschleppwagen zählen, die sich durch die Rettungsgasse quälten.
In Hamburg angekommen, wollten wir uns mit hanseatischem Glühwein stärken, doch eine nette Mitreisende klärte uns gerade noch rechtzeitig darüber auf, dass es sich beim Marktstand vor dem Bahnhof um eine Suppenküche für Obdachlose handelte - so haben wir immerhin eine Peinlichkeit ausgespart. Weiter ging es mit der S-Bahn nach Harburg und von dort nach dem abgebrochenen Versuch eines Gewaltmarsches mit dem Taxi zum RC Süderelbe.
Anreise #2: Die Damen durften nicht im Bus schwitzen, sondern mussten am ZOB frierend auf ihren Bus warten, der 1 Stunde später fahren sollte, aber erst 2 Stunden später auftauchte.
Via Handy wurde der Lange zum Harburger S-Bahnhof bestellt, um als mittlerweile ortskundiger die Damen zum RC zu führen. Zwar hätte dieses Mal die Möglichkeit bestanden, mit einem Bus der HVV (der im 2-Stunden-Takt verkehrte) zu fahren, dieser wurde jedoch gerade zwecks Drogenrazzia von mehreren Polizeibeamten gestürmt... ein weiterer Taxi-Fahrer hatte das Vergnügen.
Der RC Süderelbe liegt etwas abseits und wird deshalb von einer erstaunlich realistisch wirkenden Schaufensterpuppe "bewacht". Nachdem die Fahrtteilnehmer es satt hatten, sich vor ihr zu erschrecken, wurde die Puppe mit dem anatolischen Teint zum Kameraden "Murat" getauft und erhielt Dresdenia-Clubkleidung, um nicht mehr so bedrohlich zu wirken. An der sich anschließenden Diskussion über die Ruderziele der folgenden 2 Tage wollte er sich trotzdem nicht beteiligen, aber dafür verzichtete er auch darauf, das Bierdepot, das aufgrund der Pfandpflicht auf Dosen ab Januar 2003 erstaunlich preiswert angelegt werden konnte, anzutasten.
Ungefähr um halb Vier war die Nacht fast schon wieder zu Ende, genauso wie das Depot. Man kroch in die Schlafsäcke, die strategisch günstig im Thekenraum verteilt waren. Der Schlaf wurde von vorbeidonnernden Güterzügen untermalt.
Um 9 Uhr mutierte Christian zum Wecker, unser Hamburg-Harburg-City-Guide Bjørn traf ein und da Rudern aufgrund der Eissituation unmöglich war, fiel unser Champagner-Dekadenz-Frühstück etwas ausgiebiger aus.
Gegen 12 wurde dann die S-Bahn bestiegen, um den Hamburger Weihnachtsmarkt unsicher zu machen - der beste Glühwein wird übrigens regelmäßig mit Rum aufgegossen! Am Hauptbahnhof mischten wir uns unter die "Last-Minute-Power-Shopper", die auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken versuchten sich gegenseitig platt zu treten. Auffällig waren auch die größeren Polizeiaufgebote, die eindeutig nicht in der Hansestadt beheimatet waren.
Auf dem Weg in die Speicherstadt gerieten wir dann noch unversehens in eine linke Demo gegen Innensenator Schill und flüchteten uns in ein mexikanisches Spezialitäten-Restaurant. Nur durch eine Glasscheibe vom Geschehen getrennt konnten wir beobachten, wie potentielle Steinewerfer und ortsunkundige Staatsmacht aufeinander trafen - mangelnde Einsatzbereitschaft auf beiden Seiten ließ allerdings schnell Langeweile aufkommen.
Am Abend trennten sich unsere Wege: Während Anja, Tanja der Lange und Andy die Nacht auf der Reeperbahn und in einem Irish Pub mit grottenschlechter Live-Musik verbrachten, entschied sich der schlappe Rest dafür, die Schlafsäcke nicht vereinsamen zu lassen.
Die Berliner Polizei hatte sich geweigert, unsere 4 Stromer mit nach Berlin zu nehmen, so dass sie gegen 5 Uhr unter Zuhilfenahme eines Taxis das Bootshaus des RC Süderelbe erreichten; Hamburger Taxifahrer sind übrigens äußerst unkommunikativ und nehmen keine Bonbons von Fahrgästen an.
Die Auflösung unseres Quartiers im Thekenraum begann gegen 9 Uhr - zeitgleich mit dem Beginn eines Rentner-Frühschoppens, dessen Teilnehmer es offensichtlich schon aufgegeben hatten, ihre Gäste darauf hinzuweisen, dass die Wach-Schaufensterpuppe Murat weder ein Puzzlespiel oder Baukasten noch ein Kleiderständer sei. Die Duschen wurden ausgiebig genutzt und bewundert und unser Reisegruppenführer Bjørn traf mitsamt eines Beutels "Kaiserbrötschen" ein.
Heute stand ein Bummel über den Harburger Weihnachtsmarkt an (Harburg ist für Hamburg ungefähr das Gleiche wie Spandau für Berlin), der jedoch aufgrund dessen übersichtlicher Größe eher knapp ausfiel - Demonstranten blieben uns heute auch erspart. Dafür können wir das "Caspari" für ein ordentliches Mittagessen durchaus weiterempfehlen; man merkt auch nicht, dass es kürzlich ausgebrannt war, weil Bjørns Freunde gekokelt hatten (oder so ähnlich...).
Die Rückfahrt erfolgte wieder mit dem "BerlinLinienBus" und über Blitzeis rutschend.
Bericht von:
Andy "endlich arbeitslos",
Anja "Mission: Glühwein",
Christian "Herr Siemens",
Dennis "der unterm Tresen pennt",
Sebastian "gut, drüber gesprochen zu haben",
Sebastian "der Deich-Roller"
& Tanja "Murat-Fanclub-Vorsitzende"
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