Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vermischtes
Am Mittwoch, dem 18.9.2002, trafen sich mittags gegen 13 Uhr 28 gutgelaunte und auch neugierige Seniorinnen und Senioren (sowie "Senior-AnwärterInnen" um 20 bzw. 40 Jahre) am Kraftwerkstor von Reuter-West. Der Himmel strahlte genauso wie wir.
Alle kennen den Slogan "Strom kommt aus der Steckdose", doch kaum einer hatte näher einen Gedanken darüber verschwendet.
Unser Hadi Würger hatte es möglich gemacht, an einer Führung durchs Heizkraftwerk teilzunehmen und so gingen wir frohen Mutes hinein. Wir wurden erst in einen Vortragsraum geführt und Herr Spaniel nahm uns unter seine Fittiche.
Hadi, als langjähriger Mitarbeiter der Bewag und lange als Leiter der Arbeitssicherheit tätig, hielt uns einen Vortrag über die Vermeidung von Unfällen. Diese kamen auch leider häufiger vor, so dass Helm und Sicherheitsschuhe Bedingung bei der Arbeit sind. Der Vortrag war so ausführlich, dass ich annahm, er will uns zum Eintritt in die Berufsgenossenschaft bewegen.
Dann kam Herr Spaniel zum Zuge. Er klärte uns auf, wie ein Heizkraftwerk funktioniert. Er sagte uns, dass das Heizkraftwerk Reuter West 2 × 300 Megawatt erzeugen kann und damit das leistungsstärkste Kraftwerk der Bewag sei. Genauso überrascht war ich, dass es über 100 Stromanbieter allein in Berlin gibt.
Es wurden viele Fragen gestellt und von Herrn Spaniel mit Geduld und auch viel Engagement beantwortet.
Nach dem theoretischen Teil und weil die Zeit etwas drängte, gingen wir zum praktischen Teil über. Wir bekamen alle einen Funk-Kopfhöhrer umgehängt und einen Helm verpasst. Sicherheit geht vor Schönheit. Dann die Ermahnung, alle schön zusammenzubleiben, damit niemand in den großen Hallen abhanden kommt oder sich verläuft.
Wir gingen zum Kühlturm, der 100 Meter hoch ist und der abgekühlte Dampf regnet wie bei einem Springbrunnen als Wasser herab. Dann zeigte Herr Spaniel uns die Kohlemühlen, die Brennerebene, Maschinenhalle, Gipslager und die Rauchgasentschwefelungsanlage. Alle diese Hallen waren zu meinem Erstaunen menschenleer und es kommt einem die Frage auf "wie geht das denn?" Da auch die Bewag ständig Personal abbaut, muss es wohl trotzdem klappen.
Wir fuhren mit dem Aufzug zur Besichtigung des Bewaggeländes nach oben. Das Areal ist riesengroß, allein die Kohlenhalden und die Anlandungsplätze für die Schiffe auf der Spree nehmen viel Platz in Anspruch.
Aber nicht nur das Heizkraftwerk von oben, sondern auch die Aussicht bei dem guten Wetter war herrlich. Wir wurden genau aufgeklärt, wo die anderen Kraftwerke lagen und wir konnten weit ins Land schauen.
Da die Zeit nun knapp wurde und wir alle großen Kaffeedurst hatten, ging es an die inzwischen von netten Händen gedeckte Kaffeetafel. Die Bewag war spendabel und es gab reichlich Kaffee, Tee sowie Kuchen.
Leider fiel Hadi in der netten Runde ein, es muß ein Bericht geschrieben werden. Es traf leider mich, was meine gute Laune nicht trüben konnte, da mein Bauch gerade gut gefüllt war und der Kaffeedurst gestillt.
Wir plauderten dann noch so viel, dass Herr Spaniel uns an das Gehen erinnern musste. Gemeinsam gingen wir wieder durch die Pförtnerloge zur Vollzähligkeitskontrolle. Manch einer bedauerte es sehr, nicht ein bisschen Strom in der Handtasche mitnehmen zu können.
Ein sehr informativer und schöner Nachmittag ging zu Ende, wofür sich die Verfasserin dieses Schreibens nochmals bei Hadi herzlich bedanken möchte.
Jutta
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