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Gemeinschafts-Wanderfahrt mit dem SV Energie zum 124. Baumblütenfest in Werder/Havel

03. + 04. Mai 2003

Sonnabend, 03.05.2003

Es begab sich am 3.5.2003 um 9 Uhr, als sich 12 Ruderer auf die Reise nach Werder zum Baumblütenfest machen wollten. Fünf Kameraden von der SV Energie und die sieben Dresdenen Dennis, Andy, Stefan, Tanja, Anja, Franzi und ich. Wir teilten Mannschaften ein und los ging die Reise mit den vollgepackten Booten. Wir hatten alles dabei: Schlafsack, Zelt, Verpflegung für den Tag und und und. Wir kämpften hart gegen den Wind an, aber bei Breitehorn haben wir aufgegeben. Es hatte keinen Sinn mehr, also drehten wir um und fuhren wieder gen Heimat. Die Jungs und Mädels von Energie hatten sich dann verabschiedet und gingen ihrer Wege. Wir aber überlegten, was wir mit dem angebrochenen Tag noch machen sollen. Um das Überlegen zu beschleunigen, tranken einige erstmal ein Bier. Mit diesem Dopingmittel kam uns dann die Idee, wir wollten doch nach Werder, also fahren wir auch - egal wie. Wir riefen noch den Langen an, um ihm zu sagen, dass er mit uns fahren kann, weil wir nicht rudern. Er kam sofort ins Bootshaus. Wir packten unsere Siebensachen zusammen und machten uns mit zwei Autos auf den Weg nach Potsdam, um von dort aus mit der Bahn nach Werder zu kommen. Das klappte auch alles wunderbar und nach zirka 2 Stunden waren wir auf dem Festland mit allem was wir für eine Nacht im Zelt dabei haben mussten. Wir wurden am Bahnhof etwas komisch angeschaut und auch von dem netten Ordnungspersonal darauf hingewiesen, dass es eine blöde Idee ist, ein Zelt mitzuschleppen, weil wir ja nirgendwo Zelten können. Nach einer Ewigkeit von Fußmarsch kamen wir dann doch auf der Insel im Ruderverein an, wo Dennis erstmal seine Pflicht erfüllte und die ersten Flaschen Wein besorgte. In der Zwischenzeit habe ich bei einer Telefonnummer angerufen, die dort an der Wand hing und bei der man sich melden sollte. Nachdem die zweite Flasche dann auch alle war wurden schnell noch zwei geholt und da kam auch schon der nette Mensch, der uns die freudige Nachricht überbrachte, dass wir die sanitären Anlagen des Rudervereins benutzen dürfen. Auf die Frage, ob man denn nicht auch im Fitnessraum schlafen kann, antwortete er nur, dass er nicht nachts kontrollieren kommt, wo wir sind. Damit war der Fall für uns klar, wir haben heute Nacht ein Dach über dem Kopf. Jetzt ging es ab auf die Piste. Wir gingen erst unten am Wasser lang, um dann zu den Bühnen zu kommen. Wir aßen etwas und schauten uns um, bis wir das Festland betraten. Wir kauften noch ein paar Flaschen Wein, bis wir uns auf eine Sorte festlegten und fanden auch einen Weingarten, wo wir den Abend ausklingen lassen wollten. Es gab noch diverse Flaschen, Karaffen, Becher oder Tassen ich-weiß-es-nicht-mehr-Wein. Im Laufe dieser Zeit offenbarte Stefan auch seine wahre Liebe denn wir (Dennis, Anja, Tanja, Franzi, Sebi, Andy und ich) sind "seine liebsten Wessifreunde". Nach etlichen sinnlosen und auch sehr lustigen Konversationen trafen wir auf Balli und Sascha vom SV Energie.
Es dämmerte schon, als wir uns auf den Weg Richtung Insel machten. Die Insel wurde schon leerer und alle schauten uns komisch an, weil wir wieder rauf gingen, obwohl die Buden langsam zumachten. Auf einem Platz standen wir dann ratlos rum, weil wir noch einen Ort suchten, um etwas als Absacker einzunehmen. Zu dem Absacker kamen nur noch Dennis und ich; der Rest hatte sich schon zum Verein begeben. Nach einem Cider in diesem Insel-Pub fiel mir auf, dass ich meinen Hut im Weingarten verloren hatte. Ich konnte Dennis davon überzeugen, dass dieser Hut mein Leben ist und dass ich alles dafür tun würde, wenn er jetzt mitkommt ihn holen. Also begaben wir uns aus dem Pub auf den Weg zum Hut. Runter von der Insel, die Straße gradeaus, am Platz den rechts den Berg rauf und dann irgendwann auf der linken Seite: da musste es sein. Es war auch da. Wir hatten auf Anhieb den richtigen Ort gefunden. Wir gingen um die Ecke und ich sprang über den Zaun, um zu meinem Hut zu laufen. Ich erreichte ihn und verließ schnell den Garten wieder. Jetzt konnten wir in aller Ruhe zurücklaufen. Das nächste Problem war, wieder auf die Insel zu kommen, denn die wurde von Security-Mitarbeitern dichtgemacht, weil da wieder Eingeborene ihrem Nazitum freien Lauf ließen. Nachdem wir dem netten Wachmann klar machten, dass wir in den Ruderverein wollen, weil wir da schlafen, konnten wir ohne Probleme passieren. Auf diesen Schreck beschlossen wir noch schnell einen Cider zu trinken. Es ist leider bei einem geblieben, weil sie keinen kalten mehr hatten. Dennis war auch schon müde, somit nahm ich nur noch ein Bier für unterwegs und wir gingen in den Ruderverein. Dort angekommen trafen wir noch auf wache Kameraden, die uns Geschichten erzählten von Leuten, die durch eine Hecke gesprungen sind. Nachdem wir dann noch einmal nette Bekanntschaft mit dem Wachpersonal machten, gingen wir alle schlafen.

Sonntag, 04.05.2003

Der Morgen danach ist wie immer anstrengend. Da wir uns am Vorabend schon um unser Frühstück gekümmert haben, mussten wir nur zum Sportplatz laufen und Mund auf und rein. So frisch gestärkt packten wir unsere Sachen wieder zusammen und machten uns wieder auf den weg zum Bahnhof, als plötzlich ein Kopf aus dem Ruderverein lugte. Dieses Gesicht gehörte Sascha von Energie und er verabschiedete uns mit einem Ausspruch und einer Geste die ich nicht beschreiben kann - man musste einfach dabei gewesen sein (es war aber positiv). Der Zug zurück war leer, so dass wir keine Probleme hatten, einen Platz zu finden. In Potsdam noch schnell ins Auto und ab in den Verein. Da angekommen, kam noch ein Tschüßchen mit Küßchen und Aufwidersehen und alle waren verstreut in ganz Berlin. Im Nachhinein war das meine schönste Werder-Tour, auch wenn wir nicht hinrudern konnten. Es war ein schönes Erlebnis, mit Freunden so kurz vor dem Abschied richtig zu feiern. Ich hoffe, Euch hat es auch so viel Spaß gemacht. Nächstes Jahr probieren wir es wieder mit dem Boot, ansonsten wissen wir ja schon, wie es auch anders geht.

 

Bericht von Sebastian "Kurzer (Basti)" Wrede


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