Rudern @ Dresdenia Berlin
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die Saale bei Naumburg |
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"Achtung! Angriffsgefahr! Brütendes Schwanenpaar. Stadtverwaltung Weißenfels" |
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Je nach Frei-, Arbeits- und Schulzeit trafen sich die Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeiten auf dem Clubgelände, um von dort in Richtung Saale zu starten. Gegen 19 Uhr waren alle Vereinskameraden ohne Panne oder sonstige Schäden am Ziel eingetroffen. Nach dem Abendbrot begleiteten wir unsere jüngeren Mitfahrer zum Zeltplatz. Es wurde schon dunkel, aber durch Winzis musikalische Begleitung und die mehr oder minder fachlichen Ratschläge der "Hotelschläfer" wurden die Zelte aufgebaut. Wir Älteren nahmen in der Unterkunft noch einen Scheidebecher, dann träumten wir dem nächsten Tag entgegen.
Herrliches Wetter, ein gutes Frühstück, aber wir sind in Sachsen-Anhalt: "Blümchenkaffee" - Herzklopfen konnte man also nicht bekommen. Mit den Autos ging es über Leuna (auf dem Gelände befinden sich riesige Benzinbehälter) zur Straße der Romantik, wir genossen eine wunderschöne Landschaft, ehe wir an der Einsatzstelle Memleben ankamen. Auf der Unstrut ging es dann in Richtung Schleuse Tröbsdorf, kurz nach dem Start mußten die Steuerleute ihr ganzes Können aufbieten, es war eine starke Unterströmung zu überwinden, es klappte aber prima. Ruderkameraden aus Essen hatten weniger Glück, sämtliche Ausleger der Steuerbordseite ihres Vierers hatten mit den Brückenpfeilern "Kontakt" aufgenommen, es entstand ein erheblicher Schaden. Wir waren gut in der Zeit, so fuhren wir über das eigentliche Tagesziel Tröbsdorf hinaus bis zum Städtchen Freyburg. Wir durften unsere Boote auf dem Schleusengelände lagern. Im Konvoi ging es (mit einer nicht geplanten Stadtrundfahrt durch Weißenfels) zurück zum Quartier.
Bericht von Quasi
Am Freitag starteten wir nach dem Frühstück bei bestem Wetter mit den Fahrzeugen in Bad Dürrenberg Richtung Freyburg. Unterhalb Schloß Neuenburg liegt die 1794 gebaute Doppelschleuse, auf deren Gelände die Boote über Nacht lagen. Es war ein besonderes Bild, mitanzusehen wie die Zweier kopfüber über das Schleusentor in Richtung Einsatzstelle getragen wurden.
Vorbei am steinernen Bilderbuch (12 überlebensgroße Felsreliefs von 1722, die den Weinbau darstellen) und großen barocken und kassizistischen Villen und einigen Weinbergen, besonders um Freyburg herum, ging es über Naumburg, wo Rast gemacht wurde, in die Saale nach Weißenfels. Dem Fremdenführer kann man entnehmen, dass es in dieser Gegend Eisvögel sowie Bisamratten und viele Fischreiher gibt, dass Zander, Hecht und Aal gefischt werden und dass die "mörtellosen Ufermauern von üppiger Vegetation durchdrungen sind".
In Weischütz - nicht weit vor Naumburg - konnten die Radfahrer im letzten Fährkahn sitzen, der dort in einem kleinen Biergarten steht, und die dort festgemachte "fröhliche Dörte" bewundern. Es handelt sich hierbei um ein 102 Jahre altes kleines Schiff, das bis 1994 "Pfeil" hieß und jetzt zwischen Naumburg und Freyburg verkehrt.
Die Kulturinteressierten, von denen es unter den Ruderern nicht wenige gibt, besuchten noch die Naumburger Altstadt mit Dom (einschließlich Domführung) und ließen sich anschließend auf dem Platz vor dem Rathaus beim kühlen Bier von der Abendsonne bescheinen.
Der Abend klang aus mit einem gemeinsamen Essen im Hotel, wo der Lehrling im ersten Lehrjahr den gesamten Service abdeckte.
Bericht von Eckhard
Pünktlich, wie immer, brachten wir die Boote beim Ruderclub Weißenfels wieder zu Wasser. Der angriffslustige Schwan startete keinen Angriff, und sogar beim Ablegen verhielt er sich friedlich. Er war wohl noch ausgeschlafen und hatte starke Nerven. Gleich nach dem Ruderclub passierten wir die erste von drei Schleusen: Beuditzschleuse Weißenfels, Brückenmühlenschleuse Weißenfels, Herrenmühlenschleuse Weißenfels. Diese Schleusen waren innerhalb von 2,5km zu bewältigen und hielten entsprechend auf.
Danach ging es zügig bis zur Fähre "Klein Korbetha", wo wir einen "fliegenden Wechsel" vornahmen. Der Landdienst hatte uns vorher telefonisch unterrichtet, dass wir einen größeren Abstand zwischen den Booten halten sollten, da die Strömung stark war und immer nur ein Boot am Steg anlegen konnte. Es klappte alles hervorragend. Jetzt war noch eine Etappe von sechs Kilometern zu bewältigen. Am frühen Nachmittag waren wir schon am Kanu-Club von Bad Dürrenberg. Die Boote konnten sehr gut aus dem Wasser geholt und gelagert werden. Auf dem Gelände des Kanu-Clubs wurde wieder das obligatorische "Dresdenia-Picknick" veranstaltet.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, den jeder auf seine Weise nutzte; d.h., vier Ruderkameraden fuhren trotz der drückenden Hitze mit den Rädern nach Merseburg, um eventuelle Anlegestellen für den morgigen Tag zu erkunden.
Bericht von Bärbel
Vor dem Frühstück besichtigten noch drei Dresdenen(innen) das riesige Gradierwerk in unmittelbarer Nähe der Unterkunft. Das Wetter versprach wieder ausreichend Sonnenschein.
Nach dem Kofferpacken zogen wir zum Kanuclub an der Saale, wo wir die Boote zu Wasser ließen.
Kurz darauf befanden wir uns wieder in einer Schleuse, der Schleuse Bad Dürrenberg. Ein netter Schleusenwärter bot uns Getränke an, erkundigte sich nach unserer Herkunft und nannte viele Möglichkeiten, die Gäste in der Region wahrnehmen können.
Nach der Schleuse mussten die Steuerleute an einer Brücke wieder ihr Können beweisen. Die starke Strömung hätte sonst die Boote an die Brückenpfeiler getrieben. Die folgenden Saale-Kilometer absolvierten die Mannschaften bei strahlendem Sonnenschein in flottem Ruderschlag. Alle Boote ruderten auf Sichtweite in harmonischer Eintracht. Die Ufer waren begrünt und strahlten eine intakte Natur aus. Selbst in der Gegend um Leuna hatte man nicht das Gefühl, sich in gefürchteter Industriegegend zu befinden.
Schnell erreichten wir die Umgebung von Merseburg. Im zentralen Blickpunkt hatte man vom Wasser aus die Kulisse des Schlosses und des Domes über sich. Zwei Schleusen mussten genommen werden. Die erste Schleuse hatte offenbar noch nichts vom "Aufschwung Ost" gehört. Große Steinquader fehlten in der Schleusenwand, sodass man nur hoffen konnte, sie möge wenigstens noch unseren Schleusengang heil überstehen.
Der nette Schleusenwärter vermittelte freundlicherweise per Handy den Kontakt zu unserem nächsten Ruderziel, der Merseburger Rudergesellschaft.
Aus ökonomischen Gründen musste der selbe Schleusenwärter auch die folgende Schleuse bedienen, die er am Ufer radelnd erreichte. Damit hatten wir die letzte Schleuse unserer schleusenreichen Wanderfahrt absolviert.
Wir ruderten die Saale abwärts, bis insgesamt eine runde Kilometerleistung von ca. 100km erreicht war.
Am Steg des Merseburger Ruderclubs erwarteten uns nette Mitglieder. Man bot uns sogar die Möglichkeit an, im Vereinshaus zu duschen.
Eckhard spielte zum Abschied auf seinem Akkordeon das Lied "An der Saale hellem Strande", bei dessen Text uns die Merseburger hilfreich unterstützten. Die Teilnehmer(innen) überreichten dem Fahrtenleiter Gustav zum Dank für die Ausarbeitung und Organisation der Fahrt eine Kiste Wein aus der Region.
Nach einem "Reste-Picknick" an der Saale riggerten wir die Boote ab und fuhren Richtung Elbe, wo wir im Ruderclub der Lutherstadt Wittenberg unsere Jugend (Silke und Dennis) mit einem Boot absetzten. Beide wollten in den nächsten Tagen zusammen mit Alexander Richtung Ostsee rudern.
Wir genossen für einen Augenblick im abendlichen Sonnenschein die herrliche Aussicht auf die Elbe, inspizierten kurz die Übernachtungsmöglichkeiten in dem neu erbauten Clubhaus und fuhren weiter in Richtung Berlin.
Um 20:10 Uhr lagen alle Boote wieder frisch gereinigt in der Bootshalle von Dresdenia.
Bericht von Gustav (FL)
Rudern @ Dresdenia Berlin
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