Rudern @ Dresdenia Berlin
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der Fußbad-Vierer in der Woltersdorfer Schleuse |
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der verkrautete Mühlenfließ-Tunnel |
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wie die Hühner auf der Stange: Pause in Schmöckwitz |
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Da wir nicht wirklich die Motivation aufbringen konnten, 55 Kilometer hin und vor allem auch wieder zurück zu rudern, liehen wir uns Boote beim RV Energie in Köpenick.
Wir bekamen einen C-2er+ und einen breiten Klinker-4er+, in denen wir Zelte, Schlafsäcke, Fahrtenküche und die Teilnehmer Jorin, Zeno, Felix, Christian F., Tobias Fernand, Sebastian F. und mich stopften. Der Wind kam von hinten und so segelten wir mehr als dass wir ruderten. Auf der Mitte des Müggelsees wurden die Wellen aber doch sehr groß und brachen über das Heck in den 4er ein, wenn wir zu langsam waren, oder kamen über den Bug, wenn wir schneller wurden. Während sich der 2er mit einem Sprint in die Müggelspree retten konnte, blieb der 4er-Mannschaft nur das Querstellen zum Wind, so dass wir dauer-abschirmend und -schöpfend langsam auf die Ausfahrt zutrieben. Verschiedene Rettungsangebote der Wasserschutzpolizei und der Wasserwacht mussten wir mit umständlichen Erklärungen ablehnen - man kann ein Ruderboot halt nicht seitwärts schleppen, und bereits die kleinste Drehung weg vom rechten Winkel zu den Wellentälern und -bergen hatte eine enorme Pegelerhöhung unseres Fußbades zur Folge.
Irgendwann waren aber auch wir hinüber (es sind beide Bedeutungen gemeint) und legten erst einmal für eine PP-Pause für den um Jahrzehnte gealterten Obmann am Ufer an.
Nach einer weiteren Kaffe-Bier-und-Kuchen-Pause in Erkner, einer überraschend reibungslosen Schleusung in Woltersdorf und der Überquerung des Kalksees erreichten wir bald darauf den Rüdersdorfer Ruderverein "Kalkberge" und - waren allein!
Nach Einholung der Information, dass die Ruderer erst einige Stunden später erwartet würden, mutierte ich wie üblich zum Kinder-Schinder (es ist ein 'i' und kein 'ä'!) und verkündete, dass Schruppen statt Sonnen angesagt sei. Wir einigten uns schließlich darauf, nur noch bis zum Ende des Kriensees zu rudern. Als Highlight stand dafür auf der Rückfahrt dann noch der Mühlenfließtunnel auf dem Programm; die Durchfahrt ist zwar stark verkrautet, aber die Akustik ist einfach einmalig - schlecht singen können wir alle gut!
Bereits 1 Stunde nach unserer Rückkehr gab es Gegrilltes und es waren auch schon einige Ruderer eingetroffen, so dass die Party langsam in Schwung kam. Dieses Jahr war allerdings relativ wenig los - lag's am durchwachsenen Wetter der vergangenen Woche, am zeitgleich stattfindenden Hamburger Staffel-Rudern oder an der nicht verhandelbaren, altersunabhängigen und in der Rudererwelt vermutlich einmaligen "nothing-inclusive-Teilnahmegebühr" in Höhe von 10,- DM? Wer es sich leisten will, kann im nächsten Jahr die Forschung vorantreiben - wir haben nämlich dafür gesorgt, dass unsere Einladung nicht schon wieder an den "SV Dresden" geschickt wird.
Der Tag begann mit stark ehöhter Luftfeuchtigkeit, die während unseres Frühstücks erheblicher Bewölkung wich. Beim Losrudern trafen uns die ersten Sonnenstrahlen und so glitten wir genüsslich über den glasklaren Kalksee der Woltersdorfer Schleuse entgegen.
Hier erregten wir mal wieder das Gemüt des Schleusenwärters, heuer weil wir:
1.) an der Wartestelle für Berufsschiffahrt angelegt hatten, da die Wartestelle für Sportboote gänzlich von anderen Ruderbooten besetzt war und
2.) weil wir uns nicht mit einem Seil in der Schleuse festhielten, sondern mit einem Paddelhaken.
Wie verwerflich von den Obleuten Sebastian und mir! Jedenfalls fiel es uns außerordentlich schwer, die Drohung des Knöpfchendrückers, wir müssten beim nächsten Mal die Schurre benutzen, nicht mit lautstarkem Gelächter zu quittieren. Für die, die Woltersdorf nicht kennen: Mit der Schurre bringt man in der Zeit, die eine Schleusung benötigt, mindestens doppelt so viele Ruderboote, wie in die Schleuse passen, problemlos auf die andere Seite...
Nach Passieren des Flakenfließes (das stinkt gar nicht mehr so nach Teer wie früher) entschieden wir uns gegen den schatten- und mückenreichen Gosener Graben und für ein Eis bei der kleinen Werft am Gosener Kanal, da die Hitze inzwischen wirklich als solche bezeichnet werden konnte.
Auf dem Seddinsee hatten wir wie immer Gegenwind, der nach einer Pause in Schmöckwitz trotz unserer 90°igen Kursänderung nicht nachließ und weiterhin in das Gesicht der Steuerleute blies. Wir durchruderten die Regattastrecke auf der Dahme mal wieder in absoluter Negativ-Rekordzeit und erreichten schließlich wohlbehalten, aber handmäßig völlig verschlissen Köpenick. Bis auf einige Müggelsee-Traumata sind an diesem Wochenende keine Schäden zu verzeichnen gewesen und es hat allen großen Spaß gemacht.
Bereits im letzten Jahr hatten die jungen Erwachsenen der kümmerlinggetränkten Verbindung Dresdenia-Astoria-Post einen Versuch gestartet, den Rüdersdorfer Kalkgraben zu erkunden. Nachdem eben dieser aber immer enger und verwilderter wurde, so dass wir mit unserem Vierer arge Probleme bekamen und eine Kameradin in Panik verfiel, als wir auf rostige Schilder mit Aufschriften wie "Vorsicht Sprengungen!", "Lebensgefahr!" oder "Durchfahrt verboten!" stießen, kehrten wir um.
Am Abend des 23. Juni 2001 starteten mit dem 2er+ "Libelle" (Post) erneut die "Entdecker" Philipp (Astoria), Gerrit (Post), Sebastian F. und ich (beide Dresdenia) einen Versuch, das Ende des Kanals zu erreichen, während unsere Kameradin zugesichert hatte, in der Zwischenzeit lieber auf die "Kleinen" aufpassen zu wollen. Jedenfalls ruderten wir an den bereits beschriebenen Schildern vorbei und mussten schon bald zu einem um-umgestürzte-Bäume-herumpaddeln übergehen. Die behutsam einsetzende Dunkelheit und die algenbewachsenen Abfälle einer "Zivilisation", die man aufgrund des glasklaren kalkhaltigen Wassers am Grund sehen konnte, machten das Ganze durchaus unheimlich.
Aber am Ende des Kanals befand sich nur ein kleiner See mit Sandstrand, an dem sich Angler tummelten und wo die Vögel zwitscherten - die geschlossene Baumdecke über dem Kanal und der leicht modrige Geruch hatten alles andere vermuten lassen. Die Warnhinweise des Kalk-Tagebaus scheinen also wirklich nicht mehr aktuell zu sein.
Nach unserer Rückkehr erfreuten wir uns an unserem Neuwasser-Bier; Sebastians und mein Dank galt vor allem Silke, die die Kinder beaufsichtigt hatte, während diese sich in der Kastenruderanlage des Rüdersdorfer RVKs freiwillig weiter verausgabt hatten.
Bericht von Dennis
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