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Oster-Jugend-Wanderfahrt auf der Oste

Oste rund um Hemmoor
09. - 12. April 2004

Karfreitag, 09.04.2004

Am Karfreitag traf Christian Siebert bei mir zu Hause ein, von wo aus wir uns kurze Zeit später mit dem Auto meiner Mutter in Richtung Dresdenia aufmachten. Dort sammelten wir unsere Ruderkameraden Christian Frieben und Dennis Klopke ein. Als Gepäck, Proviant und überflüssiger Ballast (Ersatzklamotten) an Bord verstaut waren, brachen wir guter Laune Richtung Hemmoor auf. Hemmoor ist ein kleiner, niedersächsischer Ort an der Oste. Die Oste mündet sozusagen zusammen mit der Elbe in die Nordsee, ist also ein Tidengewässer. Da sie wenig befahren ist, eignet sie sich wunderbar, um erste Erfahrungen mit Tide und Strömung zu machen, aber zurück zum eigentlichen Sachverhalt. Auf der Autobahn floss der Verkehr ruhig und zügig dahin, sodass wir gut durchkamen. Später legten wir auf einem Kleinen Parkplatz einen Fahrerwechsel ein. Ab Hamburg wurde es landschaftlich schöner. Wir fuhren durch kleine Dörfer und Obstbaumplantagen, bis wir schließlich Hemmoor erreichten. Dort bekamen wir eine ausführliche Einführung ins Quartier. Als wir alleine waren verzehrten wir ein mitgebrachtes Abendmahl. Nach einem kurzen Spaziergang lagen wir um 11 Uhr erstaunlich früh in den Schlafsäcken.

Ostersonnabend, 10.04.2004

Da wir tidenbedingt erst recht spät in See stechen konnten, war ausschlafen angesagt. Nach einem ausgedehnten Frühstück machten wir uns Richtung Osteriff auf. Die Hinfahrt bewältigten wir mit nur einer kurzen Trink- und Entspannpause, wodurch wir eine Stunde vor dem angegebenen niedrigsten Wasserstand am Sperrwerk ankamen. Von dort aus sind es noch 3 Kilometer bis zum Riff. Nach dem Sperrwerk wird die Oste ein gutes Stück breiter, sodass dort in der Regel alles andere als ruhiges Wasser anzufinden ist. Da wir auf den bisher zurückgelegten 22 Kilometern schon ein paar Wellen übernommen hatten, rechneten wir fast damit, nicht weiter rudern zu können. Deshalb knüppelten wir einen halben Kilometer gegen die Strömung zurück und legten dort an einem wie für uns gemachten Stegsystem an und richteten uns auf eine lange Mittagspause ein. So schön die Location auch war, als nach 2 Stunden das Wasser immer noch in die falsche Richtung strömte, wurde es uns doch etwas langweilig. Dennis, Christian F. und ich machten einen kurzen Rundgang um den Segelverein herum und beobachteten den Aufbau eines Osterfeuers. Hierbei kamen wir auf den Gedanken, am Abend eines in der Umgebung Hemmoors aufzusuchen. Da winkte uns der auf dem Steg verbliebene Christian S. zu und deutete an, dass das Wasser umgekehrt sei. Wir brachen auf.
Schon nach wenigen Kilometern drängte der Wind uns so sehr vom Kurs ab, dass wir beschlossen, statt Vierer ohne Steuermann einen Dreier mit Steuermann und mit Loch zu fahren. Da ich gerade auf 3 ruderte und wir sinnvoller Weise diesen Platz freilassen wollten, wurde ich zum steuern gezwungen. Da wir Mitwind und stellenweise sogar Sonne hatten war die Rückfahrt auch für Nicht-Steuermänner angenehm. Zuhause angekommen nahmen wir ein warmes Abendessen ein. Es gab sehr leckeren Feuertopf von Erasco (ja, ich werde bezahlt). Als alle brav aufgegessen hatten und abgewaschen hatten, begaben wir uns Richtung Osten, ein Ort auf der anderen Seite der Oste. Früher war Osten von Hemmoor aus nur mit einer Schwebefähre zu erreichen. Heute stellt diese nur noch ein Baudenkmal dar. Wir gelangten über eine Brücke nach Osten. Dort angekommen suchten wir Anzeichen für ein Osterfeuer. Nachdem wir an Gemeindehaus, Kirche, Feuerwehr, Information und eigentlich auch im gesamten restlichen Ort nach einem entsprechenden Aushang gesucht hatten entdeckten wir verschiedene Menschengrüppchen, die alle einem gemeinsamen Ziel entgegenzustreben schienen. Wir schlossen uns ihnen an und wurden direkt zu einem Osterfeuer und ein paar Zelten geführt.
Es dauerte dann auch gar nicht mehr lange, bis das Feuer entzündet wurde. Obwohl es tagsüber geregnet hatte, flammte das Feuer bald recht hoch. Wir bemerkten, dass wir alle, trotz nicht erwähnenswertem Sonnenschein, einen leichten Sonnenbrand bekommen hatten, da der Feuerschein im Gesicht brannte. Es wurde dunkel und dadurch auch kühler, sodass wir vorne brutzelten und hinten froren, weshalb wir das Fleisch alle paar Minuten wendeten. Als wir uns alle "gut durch" fühlten und das Feuer schon deutlich niedergebrannt war, beschlossen wir, dass es des Abendprogramms genug gegeben hatte. Wir legten noch eine Gedenkminute für die Feuerwehrmänner, die ihre Löschanlage auf der windabgewandten Seite des Feuers, also im Rauch, aufgebaut hatten und machten uns auf den Heimweg. Im Ruderverein angekommen, setzten wir uns noch kurz auf eine Bank auf dem Deich und gingen danach zu Schlafsack.

Ostersonntag, 11.04.2004

Da ein Tidentag zirka 25 Stunden dauert, mussten wir am Ostersonntag noch eine Stunde später losrudern. Da wir aber um 9 Uhr mit Frühstücken fertig waren, machten wir noch einen Deichspaziergang zum 1 Kilometer entfernten Zementwerk, bevor wir in See stechen konnten. Wir ruderten die gleiche Strecke wie am Vortag, passten aber die totale Ebbe besser als am Vortag ab, sodass wir nicht zu einer übermäßig langen Pause gezwungen waren und kamen trotz späteren Aufbruches ungefähr zur selben Zeit zurück in Hemmoor wie am Vortag. Nachdem wir unser Boot in die Halle verholt hatten, kochte Dennis chinesisches "Scheiß mit Reis" für uns. Auch für diesen Abend hielten wir ein Osterfeuer für angebracht, also zogen wir los. Dabei gingen wir nach der Taktik des langsamen Einkreisens vor, was dazu führte, dass wir zum 2 Kilometer entfernten Osterfeuer um die 10 Kilometer marschierten. Endlich am Ziel, wurde uns ein einmaliges Programm geboten: Alle Kinder aus Hemmoor sprangen so dicht wie möglich am Feuer herum, zogen brennende Stöcke aus dem Feuer und stellten sich in den Rauch. Nach dem wir die eigentlich sinnlose Frage, ob es denn Fassbrause gebe gestellt hatten (Nein), gingen wir schon früher nach Hause, da wir am nächsten Tag in die andere Richtung rudern wollten und deshalb recht früh aufstehen mussten. So lagen wir schon um 11 Uhr in unserem Bettchen.

Ostermontag, 12.04.2004

Heute stand die zirka 36 Kilometer lange Etappe nach Hechthausen und zurück an. Nach dem Frühstück suchten wir schon mal unsere sieben Sachen zusammen, damit wir nach der Ruderetappe schneller los kommen. Ohne Probleme rutschten wir mit der Tide flussaufwärts. Dort legten wir eine kleine Pause ein, in der wir unser zweites Frühstück in Keksform zu uns nahmen. Nach dieser Stärkung floss das Wasser wieder ab, sodass der Rückweg genauso leicht von der Hand ging wie der Hinweg. Wir reinigten das Boot mit Wasser und Lappen und duschten ein letztes Mal im Hemmoorer Bootshaus. Nun waren Mensch und Material sauber und wir machten uns auf den Heimweg. In Schwerin legten wir an einer uns bekannten Tankstelle mit Truckerrestaurant einen Fress- und Tankstopp ein. Es gab vier Truckerportionen Currywurscht mit Fritten und ein kleines Eis, dann fuhren wir Heim.

 

Bericht von Zeno


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