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Lahn-Wanderfahrt 2002

Weilburg → Limburg → Balduinstein → Bad Ems → Lahnstein
6. - 10. Oktober 2002

In der Schleuse hinterm Weilburger Tunnel

Weilburger Tunnel

Das obligatorische Gruppenfoto - dieses Mal in Balduinstein und verstärkt durch einen Balduin aus Stein

Balduinstein

Herbststimmung auf der Lahn

Vierer

Buntes Laub, nicht nach Backbord und Steuerbord sortiert

Berge

Ablegen in Bad Ems

Bad Ems

Burg Lahneck

Burg

Vorwort des Fahrtenleiters

Während einer gemütlichen Mittwochsrunde im Clubhaus entstand der Plan, noch im Jahre 2002 eine Wanderruderfahrt zu organisieren. Kurz entschlossen entschied ich mich für die Lahn, zumal ich anschließend zur Weinlese an die Mosel fahren wollte.
Ein Telefonanruf bei unserem Kameraden Dieter Frangenberg in Köln sorgte für die organisatorische Sicherheit. Er stellte uns die Boote und gab wertvolle Tipps für die Übernachtung sowie den ruderischen Ablauf der Tour.
Schwierig gestaltete sich die Übernachtungsfrage für unser Standquartier. Letztendlich erhielt ich eine Zusage vom Limburger Club für Wassersport, in dem unsere Jugend übernachten konnte, "bewacht" von Eckhard. Die Erwachsenen bezogen ein empfehlenswertes Quartier in Aull, nur wenige Kilometer von Limburg entfernt.

Unsere Teilnehmer(innen)

Gabriele und Harry Frieben, Eckhard Pohl, Ute und Werner Pulletz, Angela und Michael Wehner sowie die Jugend:
Zeno Diemer, Nicole Dornbusch, Jana und Reyk Forsten, Christian, Sebastian und Tobias Frieben, Felix Richter Julia Sy, Christian Wandrei, Sebastian Wrede.
Leider erkrankten die ursprünglich gemeldeten Teilnehmer Jorin Diemer sowie Dennis Klopke und mussten kurzfristig absagen.

 

Werner "Gustav" Pulletz

Sonntag, 06.10.2002

Die Anreise der Jugend mit der Eisenbahn: Morgens (mitten in der Nacht) um ca. 9 Uhr trafen sich der Kurze, Zeno, Jana, Reyk, Julia, Felix und ich am Bahnhof Spandau, um mit der S-Bahn zum Zoo zu fahren. Auf unserem Gleis angekommen, mussten wir uns durch Menschenmassen kämpfen, um Winzi zu finden, der zu uns stoßen wollte. Endlich hatten wir ihn gefunden! Damit wir mit dem "Schönes-Wochenende"-Ticket reisen konnten, mussten wir mit Nahverkehrszügen fahren und auch viel umsteigen.
Erstaunlich ist jedoch, dass in eine Regionalbahn so viele Leute passen wie auf einen Bahnsteig vom Zoo. Erstaunlich ist auch, dass wir alle einen Sitzplatz fanden. Die Regionalbahn entleerte sich dann schlagartig in Magdeburg, wo auch wir ausstiegen. Dort hatten wir Zeit genug für ein zweites Frühstück mit Kuchen und Cola. Irgendwann ging die Reise dann weiter nach Hannover. In diesem Bummelzug hatten leider nur wenige Kameraden das Vergnügen des Hinsetzens. Wir anderen mussten uns mit der Treppe oder dem Tönnchen zufrieden geben. In zwei quälenden Stunden verbrachten wir die Zeit, indem wir uns unterhielten, "Gameboy" spielten oder Zeitschriften lasen. Endlich erreichten wir Hannover. Da in dieser Umgebung nur wenig Züge fuhren, mussten alle Leute aus dem vorherigen Zug in den nächsten umsteigen. Doch zu unserem Glück fanden wir ein unbesetztes Abteil (es war zwar 1. Klasse, doch davon ließen wir uns nicht abhalten) und kurzerhand nahmen wir es ein; letzten Endes hat es keinem geschadet. Wir genossen es, bequem zu sitzen. Später am Nachmittag kamen wir auf dem neugebauten Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe an. Der dortige Aufenthalt war kürzer als die vorangegangenen. Auch der Zug war recht leer. Wenn man bedenkt, dass wir in ein abgelegenes Dorf fuhren, war der Zug mit etwa 40 Leuten doch recht voll.
Dann endlich um 19:43 Uhr kamen wir in Limburg an, wo uns der Rest der Rudertruppe auf dem Bahnsteig empfing. Gemeinsam liefen wir zum Limburger Club für Wassersport, um uns dort häuslich einzurichten. Zum Abendbrot gab es ausschließlich mitgebrachte Speisen. Nach einem anstrengenden Tag fielen wir müde in unsere Betten (Luftmatratzen, Iso-Matten oder Schlafsäcke). Die Fahrt war zwar preiswert, doch auch ziemlich aufregend und nicht langweilig.

 

Christian "Pünktchen" Wandrei

Montag, 07.10.2002

00:00 - 01:00 Einschlafen.
04:00 Ankunft von Sebi und Nici.
07:30 Der Wecker schreit uns an und befiehlt uns aufzustehen.
07:35 Wir stehen langsam auf.
bis 08:00 Tischdecken zum Frühstück.
08:00 Frühstück.
08:50 Frühstück beendet.
bis 09:00 Abwaschen und Fertigmachen zum Abmarsch.
09:00 Gustav ist bei uns eingetroffen.
09:00:50 Wir müssen loslaufen zum Bahnhof!
... Jetzt ruderten wir.
ca. 16:00 Ankunft im Ruderverein Limburg, Hübschmachen (Duschen und was da noch so alles dazugehört).
... Essen und gesellig Beisammensitzen.
... Ja, auch dieser Tag hatte ein Ende, ich weiß aber nicht mehr wann.
Nun noch einige Details:
Ich durfte dem Fahrtenleiter die Bootseinteilung schnell im Zug vorschlagen:
1. Kurzer, Ute, Felix, Tobi, Nici;
2. Gabi, Winzi, Jule, Zeno, Jana;
3. Harry, Dicker (Christian F.), Langer, Pünktchen (Christian W.);
4. Gustav, Angela, Reyk;
5. Michael (Landdienst)
Nach den ersten 500 Metern mussten wir erstmal durch einen 200 Meter langen Tunnel fahren, nach dem anschließend die ersten zwei Schleusen auf uns warteten. Im Laufe des Tages steigerten wir uns auf insgesamt 6 Schleusen. Wir fuhren durch wunderschöne Landschaften, an hohen Bergen vorbei, durch viele Dörfer und mitten durch eine Unzahl von Wäldern. Etwas Aufregung war auch dabei, denn es gab auch Stromschnellen und Untiefen. Nach ca. 35 Kilometern kamen wir in Limburg an. Wir hatten einen ständigen Begleiter schon nach der ersten Schleuse gefunden, einen Motorbootfahrer (Herr Nielsen).

 

Sebastian "Kurzer" Wrede

Dienstag, 08.10.2002

An diesem Tag konnten wir direkt in Limburg starten, da das Ziel des Vortages der Limburger Club für Wassersport war. Die zurückzulegende Strecke sollte nur 14 Kilometer betragen, nämlich Limburg (km 76,4) bis Balduinstein (km 90,7). Die Fahrt auf dem Wasser verlief bei gutem Wetter, der Himmel war verhangen vom Hochnebel, der sich in der Mittagszeit auflöste. Danach strahlte die Sonne vom Himmel.
Weil wir infolge der kurzen Ruderdistanz noch nicht ganz ausgearbeitet waren, wanderten wir von Balduinstein nach Diez - rund 6 Kilometer - und bewunderten aus bis zu rund 300 Meter über dem Meeresspiegel die wunderbare abwechslungsreiche herbstliche Hügellandschaft. Von Diez aus ging es per Bus zurück nach Limburg, wo jeder den restlichen Nachmittag auf seine Weise verbringen konnte.
Nach dem Abendessen holte Winzi sein Akkordeon hervor und spielte zunächst "Griechischer Wein", was die Singelust bei einigen so steigerte, dass wir viele Lieder unter anderem aus der "Mundorgel" und dem "Liederbuch für Seebären und Landratten" oft mit sämtlichen Strophen sangen. Dabei hat es mich erstaunt, wie viele interessante Lieder auch die anwesenden jungen Sportkameraden einbrachten und mit uns sangen.
Danach machten sich die "Erwachsenen" auf und statteten der Innenstadt einen Abendbesuch ab, der dann im "Batzenwirt" seinen gemütlichen Abschluss fand.

 

Eckhard "Winzi" Pohl

Mittwoch, 09.10.2002

Wo bleibt der Bericht?

Donnerstag, 10.10.2002

Um 7 Uhr klingelten die Wecker bzw. die Handys. Na ja, Christian F. und ich waren notgedrungen die Ersten, die sich aus ihren Schlafsäcken quälten, denn wir sollten - oder besser gesagt wollten - zum Bäcker. Während wir zum Bäcker gingen, haben die anderen den Tisch gedeckt. Wir kamen 15 Minuten später mit 20 Brötchen mehr unter dem Arm im Clubhaus an. Ich fand, wir waren verdammt schnell gewesen, denn als wir das erste Mal dort beim Bäcker waren, haben wir 30 Minuten gebraucht und haben einen halben Stadtrundgang gemacht. Nun gut, als wir gefrühstückt hatten, ging das große Zusammensuchen der letzten 3 Sachen los (teilweise waren es auch mehr). Um 9 Uhr sollten unsere Siebensachen so im Flur stehen, dass wir sie jederzeit ins Auto legen konnten. Wir haben einen neuen Weltrekord im Packen aufgestellt. Es war alles eine Viertelstunde zu früh fertig.
Wir fuhren mit der Bahn nach Bad Ems und dort ließen wir unsere Boote ins Wasser. Der erste 4er war mit dem Kurzen als Obmann, Jana, Zeno, Reyk und meiner Wenigkeit besetzt. Wir warteten auf die anderen 4er und den einen 2er. Als sie angerudert kamen, fuhren wir in die Schleuseneinfahrt. Die Schleuse war ungefähr so lang wie die Einfahrt von Bill Gates - also ein halber Highway. Als wir die Schleuse überwunden hatten, hatten wir eine halbe Stunde Zeit, um zur 2 Kilometer weit entfernten 2. Schleuse zu fahren. Nachdem wir auch diese überwunden hatten, bekam der Kurze 500 Meter hinter der Schleuse so ein Blitzen in den Augen. Das heißt, wäre irgendwo in der Reichweite seines Armes ein Spitzer Gegenstand geschwommen, wäre jemand anderes auserwählt, diesen Bericht zu schreiben. Statt dessen wurde ich mit meiner Idee, der ich dummerweise zugestimmt hatte, dazu verdonnert, 1 Kilometer lang die Klappe zu halten. Es waren dann sogar 1,2 Kilometer, weil ich das Schild nicht gesehen habe und die Anderen mir nicht Bescheid gesagt hatten (das nehme ich Euch immer noch übel). Die anderen beiden Schleusungen verliefen ohne Probleme.
Als wir in Niederlahnstein angelegt hatten, erfuhren wir, dass die Boote noch abgeriggert werden mussten. Aber als wir auch das geschafft hatten, sind noch unsere Sachen, die wir mit in den Zug nehmen wollten, aus den Autos genommen worden. Diejenigen, die mit dem Zug fahren mussten, sind zum Bahnhof gelaufen. Dort mussten wir noch ca. 1 Stunde warten. So hat Basti (der Kurze) sich Janas Liederbuch geschnappt und hat daraus mehr gelesen als gesungen (kannst ja Rapper werden).
Der Zug bremste mit lautem Quietschen im Bahnhof. Als wir den Rhein hochfuhren, hat Pünktchen uns etwas über den Rhein erzählt. Doch es wurde plötzlich ziemlich verdammt warm im Zug. Ich fand, es müsste mal gelüftet werden und riss das Fenster auf. Das hielt Pünktchen aber nicht davon ab, uns weiter über den Rhein zu berichten.
In Frankfurt am Main sind wir als erstes von Gleis 9 nach Gleis 23 gelaufen. Dort haben alle die 1 Stunde Aufenthalt ausgenutzt und sind sich was zu Essen kaufen gegangen. Als wir im ICE saßen, ist eigentlich nichts Weltbewegendes mehr passiert. Außer dass Basti noch ein paar Nervenzusammenbrüche hatte (ich hoffe, es ist noch alles dran). Bliebe nur noch zu erwähnen, dass wir mit einer halben Stunde Verspätung in Spandau ankamen.

 

Felix Richter

Nachwort des Fahrtenleiters

Ich bedanke mich
- bei Petrus, der uns nach regenreichen Wochen zuvor plötzlich 4 Sonnentage für unsere Ruderfahrt auf der Lahn schenkte.
- bei dem Kameraden Dieter Frangenberg, der uns so hilfreich beraten und unterstützt hat.
Es war wieder eine vorbildliche Gemeinschaft und eine disziplinierte Jugend, auf die Dresdenia stolz sein kann.

 

Werner "Gustav" Pulletz


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