Rudern @ Dresdenia Berlin
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Das Schönste am Rudern sind die Pausen |
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Kleine Ruderboote treffen große "Pötte" auf dem Nord-Ostsee-Kanal |
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Die Schleuse in Kiel-Holtenau ist äußerst geräumig |
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Die Umtragestelle von der Kieler Förde zur Schwentine ist klein, schmal, rutschig und ungeeignet für Ruderboote - also genau das Passende für uns! |
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Irgendwo auf diesem Bild ist ein Ruderboot versteckt... |
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Gestern telefonierte ich mit dem Kurzen in Kiel und dabei stellten wir fest, dass noch niemand mit der Verfassung des Fahrtenberichts beauftragt wurde und so werde ich nun meine Eindrücke zu Papier bringen, um der Nachwelt zu schildern, dass wir Dresdenia-Wanderruderer im Spätsommer des Jahres 2004 viel Spaß bei einer Tour ganz im Norden unseres schönen Landes hatten.
Die Planung lag in den bewährten Händen von Sebastian (dem Kurzen) und Dennis, denen hier unser aller Dank ausgesprochen sein soll. Uns anderen Teilnehmern (Mutti und Vati Frieben, Tobias und Christian, Felix, Zeno, Anja, Tanja und Franziska, Pünktchen und mir) blieb nur die verschwitzten Ruderklamotten zu verstauen und uns in drei Autos Richtung Kiel zu werfen. Ab ging die Fahrt mit etwas Verspätung und mit Einsetzen der Dunkelheit erreichten wir das Ziel, den Ersten Kieler Ruder-Club von 1862 e.V. Dort erwartete uns der Kurze, welcher ja unser Dresdeniabotschafter in Schleswig-Holstein ist, mit Quartier, Verpflegung und einem Programm für die nächsten 2 Tage.
So ging es nach kurzer Pause noch zu einem Stadtrundgang, an dem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt kennen lernten, wie Rathaus, Opernhaus, Nikolaikirche, Werftanlagen der HDW, Schwedenkai, Schifffahrtsmuseum und das Freudenhaus, natürlich nur von außen, denn wir wollten unsere Kräfte zum Rudern einsetzen. Zu guter Letzt ging es noch in Sebastians Wohnung, wo wir zu 12 Mann hoch einfielen, um noch einige Dinge mitzunehmen. Danach war nur noch das Aufpumpen der Luftmatratzen und Ausrollen von Isomatten und Schlafsäcken angesagt, denn am Samstag sollte es zeitig losgehen.
Am Samstag klingelte um 6 Uhr der Wecker, denn es sollte eine Tour starten, welche wir gemeinsam mit den Kieler Ruderkameraden unternahmen. Für ein kurzes Frühstück im Stehen war noch Zeit und um 7 Uhr sollte es losgehen. Die Kieler Ruderfreunde hatten schon am Vortag die Boote verladen und so zog eine Karawane von Autos ein Stück über die Autobahn von Kiel nach Westensee, wo unsere Rudertour starten sollte. Dort wurden die Boote klargemacht und die Mannschaften eingeteilt und schon ging es los. Wir setzten die Boote im flachen Wasser ein, barfuss, was ich noch nicht erlebt hatte, so ohne Steg und in gemischten Mannschaften legten wir die ersten Kilometer durch eine herrliche Morgenstimmung in zauberhafter Seenlandschaft zurück. Nach einer Frühstückspause auf dem Wasser fuhren wir in das Flüsschen Eider ein, ein Stückchen Erde, welches alle Postkartenklischees erfüllt, saftige Wiesen, reetgedeckte Häuschen, glückliche Kühe am Wasser liegend, alte hölzerne Brücken von Ufer zu Ufer. Nach einiger Zeit erreichten wir den Lagerplatz für unsere Mittagspause. Eine stillgelegte Schleuse, welche früher die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal verband, war die Kulisse für eine Grillsause zur Stärkung unserer Kräfte. Regen und Sonnenschein wechselten einander ab, so dass es zeitweise unter der Deckungsgelegenheit einer Bretterbude recht eng und lauschig war. Nach dem Umsetzen der 6 Ruderboote, was einige Zeit gedauert hat und auch etwas beschwerlich war, wegen Gestrüpp und Brennnesseln am engen und langen Weg. Aber so etwas lässt uns nicht verzagen und weiter ging die Tour auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Mich beeindruckten die riesigen Schiffe, die mit uns das Wasser teilten, so große Dampfer gibt es auf der Scharfen Lanke nicht. Nach einiger Zeit und ein paar Kilometern erreichten wir die Schleuse, welche uns auf das Niveau der Ostsee brachte. Nach scharfer Kurve nach Steuerbord erreichten wir die Kieler Förde. Vorbei an Marineanlagen und dem neuen Landtagsgebäude fuhren wir zum Heimatsteg des Ersten Kieler Ruderklubs, nahmen die Boote aus dem Wasser und machten uns nützlich beim Abwaschen und Auswischen und Wegräumen der Boote. Der Rest des Tages war gekennzeichnet durch Müßiggang, Franzi lud sich die Jungen ein und fuhr noch mal zur Schleuse, wo ein riesiger Dampfer die Wasserstraße passieren sollte, was natürlich sehenswert war. Der Kurze musste noch mal arbeiten und kochte für alle Nudeln mit roter Industriesoße unter erschwerten Bedingungen, so ohne Salz und Öl, ohne Sieb und Rührlöffel. Aber dafür war das Ergebnis annehmbar und es schmeckte uns. Nach ein paar Bierchen und anderen Getränken legte sich die Nacht auf Kiel und wir zogen die Decken und Schlafsäcke über die Köpfe.
Der Sonntag erwachte und am Fenster unseres Rudererquartiers zog ein riesiges Fährschiff der Color-Line vorüber. Außerdem stieß auch noch Claudia Frieben zu uns, die ja in Kiel das Gesetz hütet. Sie hatte Zeit, weil die Ganoven gerade auswärts aktiv waren und so nahm Sie an unserer Sonntagstour teil. Der Kurze hatte für uns eine Tour geplant, welche uns in ein Stückchen Natur führte, welches bezaubernder nicht sein konnte. Es ging quer über die Förde, welche sich von ihrer rauen und windigen Seite zeigte, in das kleine Flüsschen Schwentine. Wir waren in einem Zweier, einem Dreier und einem Vierer unterwegs und mussten, bevor es lauschig und gemütlich wurde, ein kleines Wehr umtragen, auf spiegelglatten Holzbohlen machte dieses viel Freude. Aber danach teilten wir das Flüsschen nur noch mit Wasservögeln, einigen Anglern und Paddlern. Wir zogen mit ruhigen Ruderschlägen unserem Mittagsrastplatz entgegen. Der Kurze steuerte den Dreier und ließ ein merkwürdiges Kommando erschallen: "Macht was Ihr wollt, ich will an den Steg!" Dennis darauf so 2 Meter vom Steg entfernt: "10 Dicke, los!" Aber sie haben doch noch angelegt. Die Mittagspause brachte mitgebrachte Stullen, diverse Süßigkeiten, Spiele mit Reifen und Bällen und auch einige kräftige Regenschauer. Nachdem wir uns so recht bis schlecht regendicht verpackt hatten, ging es wieder zurück. Nach nochmaligem Umtragen des Wehres führte uns der Weg wieder über die Förde, welche aber noch etwas windiger und welliger war. Felix, Steuermann des Zweiers, wollte sich bei dem Seegang auch noch mit einem Riesenschiff anlegen, es sah jedenfalls so aus, als wolle er den Dampfer versenken wie der Eisberg die Titanic. Nach der glücklichen Wiederkehr zum Bootsteg an der Kiellinie war Aufräumen, Verdrücken letzter Vorräte, Schlafsäcke einrollen und Gepäck verstauen angesagt. Nach herzlicher Verabschiedung, Anja und Dennis fuhren weiter nach Stockholm, Sebastian und Claudia blieben in Kiel, ging es über die Autobahn mit flottem Tempo zurück nach Berlin.
Das Fazit lautet: Wieder mal ein schönes Ruderwochenende mit guten Freunden. Danke an Euch Alle, die Ihr dazu beigetragen habt.
Stefan
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