Rudern @ Dresdenia Berlin
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Am Freitag Abend sollten sich eigentlich alle Teilnehmer der Fahrt bei Sebastian treffen und dort übernachten, damit am nächsten Morgen unsere Langschläfer durch einen Tritt des Fahrtenleiters geweckt werden konnten.
Wie nicht anders zu erwarten, klappte das nicht so ganz. Gerrit und Silke, eben diese Langschläfer, hatten die Nacht irgendwo durchgefeiert und so trafen wir sie erst gegen 9:30 Uhr im Bootshaus.
Nachdem die Mannschaften feststanden, ging's auch sofort los. "Trödeln können wir auf'm Wasser!" war das Motto unseres Fahrtenleiters Dennis. So ruderten wir also die ersten 25km bis Marquardt. Dort legten wir an einem wider jegliche Naturgesetze existierenden Steg an und machten für eine halbe Stunde Pause. Danach fuhren wir bis zum Havelkanal. Als wir in diesen einbogen, schlug uns eine Hitzewelle entgegen, so dass wir eine weitere halbe Stunde pausieren mussten. Die nächsten zwanzig Kilometer verliefen etwa genauso: Fünf rudern, dann anhalten und sich in die Sonne legen.
Schließlich zogen dunkle Gewitterwolken am Horizont auf und die Ruderer waren plötzlich wieder voll bei der Sache. Während der Zweier mit Gerrit, Silke und Alex schon vom Regen eingeholt wurde, fuhren Dennis, Sebi und ich noch bis zur Schleuse Schönwalde im Trockenen. Nachdem wir oben waren, legten wir erst einmal an, um auf die anderen zu warten. Dabei sah unser Steuermann erstmals auf den hinter uns liegenden Teil des Kanals und den von Blitzen durchzogenen Himmel darüber und verstand, warum wir so schnell gerudert waren.
Inzwischen war das Unwetter nur noch einen guten Kilometer entfernt und wir entschieden, uns unter eine Brücke zu legen. Gesagt - getan. Dort lagen wir trocken und vor allem in Sicherheit vor dem mit Blitzen schleudernden Donnergott. Bis die Polizei kam. "Nee, ihr könnt da nicht bleiben. Ihr versperrt hier eine Wasserstraße!" sagte man uns und wir mussten weiterfahren.
Von nun an drückten wir uns so nahe am Ufer entlang, dass unsere Blätter oft über Sand und Steine glitten. Auch die Steuerleute hatten Probleme, da sie wegen der überall um uns herum über den Himmel zuckenden Blitze fast ständig geblendet wurden. Gegen 22:00 Uhr kamen wir schließlich beim RC Saffonia an.
Selbst nachdem wir uns umgezogen hatten, hatten wir jeder noch ein oder zwei nasse Kleidungsstücke an, da der Starke Regen selbst durch die "wasserdichten" Säcke gedrungen war. Beim Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant zogen wir ausgiebig über die Polizei her, ohne die wir trocken geblieben wären.
Am Sonntag ging es dann um 11:00 Uhr wieder in Richtung SV Dresdenia. Wieder bei strahlendem Sonnenschein (den, nach eigenen Angaben, unser Fahrtenleiter für uns bestellt hatte) trödelten wir zur Schleuse Plötzensee. Dort warteten wir eine halbe Stunde und als dann immer noch nichts geschah, griff Dennis zum Handy und fragte, ob denn heute noch geschleust werde. Sofort gingen die Tore auf und wir konnten einfahren. Bei der Ausfahrt bedankten wir uns sogar noch mit einem dreifachen "Hip-Hip-Hurra!" (Wir sind eben immer nett, selbst wenn der Schleusenwart der größte Schnösel ist.)
Das schöne Wetter erfüllte dann wirklich seinen Zweck und wir waren so motiviert, dass wir vor der Charlottenburger Schleuse sogar noch einen Frachter überholten. Danach ruderten wir, mit einer Pause, zügig zurück zur Scharfen Lanke.
Bericht von Philipp (Berliner RK Astoria)
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