Rudern @ Dresdenia Berlin
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Elbe-Ostsee-Wanderfahrt

Wittenberg → Aken → Magdeburg → Tangermünde → Wittenberge → Dömitz → Lauenburg → Lübeck → Travemünde
4. - 13. Juni 2000

Hochwassermarkierungen am Akener Bootshaus

Bootshaus Aken

Sandbank vorm Steg des Magdeburger RCs (mit trockenen Hüften in der Fahrrinne stehend aufgenommen)

Sandbank in Magdeburg

Tangermünde

Tangermünde

der Weg zum Dömitzer Kanuclub führt durch diesen Schilfdschungel

Schilfdschungel

Warum man Grummibärchen nicht 2 Wochen lang der Sonne aussetzen sollte...

Gummibärchen

Sonntag, 04.06.2000:

Eigentlich sollte diese Fahrt im Anschluß an Gustavs Unstrut/Saale-Fahrt weiter die Saale entlang und dann auf die Elbe führen, aber Montags und Dienstags sind die Saaleschleusen nicht in Betrieb...
...also mußte unsere "Dahme" in Merseburg gemeinsam mit den anderen 3 Booten auf den Hänger verladen werden und zum Ruder-Club Wittenberg gefahren werden. An dieser Stelle sei all denen gedankt, die auf ihrer Rückreise nach Berlin den Umweg über die "Lutherstadt" nicht scheuten, um uns beim Abladen behilflich zu sein und uns für die weitere Fahrt alles Gute zu wünschen.
Nachdem die Dahme bereits wieder aufgeriggert war, traf auch Alex -frisch aus Berlin- ein, so dass unsere Mannschaft (Silke, Alex, Dennis) nun vollständig war.
Das Bootshaus des Ruder-Clubs Wittenberg war komplett neu renoviert und hatte einen unübersehbaren Jugendherbergscharakter...

Montag, 05.06.2000

...abgesehen vom Frühstück, denn das gab es ca. 10 Minuten Fußweg weit entfernt im Hinterzimmer einer Werkskantine.
Gut für den Tag gestärkt brachten wir das Boot zu Wasser, luden unser Gepäck möglichst platzsparend ein - und stellten fest, dass noch viel mehr hineingepaßt hätte. Hatten wir vielleicht etwas vergessen? Nö. Also ruderten wir, in der Absicht den erstbesten Anhalter mitzunehmen, die ersten Kilometer auf der Elbe. Hier waren die Menschen noch extrem freundlich und winkten uns zu, was sich noch ändern sollte, je weiter es gen Westen ging.
Von Strom-km 252 bis 255 befindet sich an beiden Elbufern militärisches Sperrgebiet - Anlegen ist selbstverständlich verboten. Warum fordert gerade hier die Blase ihre Entleerung?
Schließlich erreichten wir den Ruder-Club Aken. Im Ort kehrten wir in einer am ehesten als "Pinte" zu bezeichnenden Wirtschaft ein, da alle Restaurants geschlossen oder eindeutig zu teuer waren.
Am Abend feierte der Vorsitzende des Rudervereins, Peter Brüning, seinen 50. Geburtstag - wir wurden spontan eingeladen mitzufeiern und verkürzten ebenso spontan unsere LuMa-Nachtruhe erheblich...

Dienstag, 06.06.2000

...bis zum traumhaften Frühstück, nach welchem uns noch Kuchen für die Weiterfahrt nach Magdeburg eingepackt wurde.
Wir ruderten weiter die Elbe entlang, vorbei an der Saalemündung, Richtung Nordwesten, wobei Winzis Posthorn hervorragende Dienste leistete: Wir gaben vorschriftsmäßige Schallsignale an den vorgesehenen Stellen und fast alle Gier-Fähren blieben aufgrund des erwarteten Frachtschiffes brav am Ufer liegen - freie Fahrt für unseren Zweier.
Trotz heftiger werdenden Gegenwindes erreichten wir schließlich Magdeburg. Unser Quartier lag in einem Altarm, der im Sommer trockenfällt. "Ohne Kraft" und vorsichtig steuernd fanden wir eine ruderbare Rinne, die ca. 2m vor dem Steg des Magdeburger Ruder-Clubs endete. Also luden wir das Gepäck aus und schleppten den Kahn auf die Sandbank direkt vorm Steg.
Dann beeilten wir uns, Proviant zu fassen und mußten überrascht feststellen, daß Supermärkte und Gehwege doch noch nicht um 18:00 Uhr geschlossen bzw. hochgeklappt wurden - unser Glück. Ein Abendmahl zauberten wir nach der bewährten Tüte/Dose/Tetrapack-öffnen-Inhalt-erhitzen-und-dann-genießen-Methode. Der Abend wurde kurz gehalten, denn hier gab es wieder Betten; die Nacht...

Mittwoch, 07.06.2000

...dauerte wieder nur bis zum Aufstehen - schrecklich. Kurz gefrühstückt und weiter ging's: Durch das Fallen des Elbepegels über Nacht lag die "Dahme" nun komplett auf dem Trockenen; sie wurde 100m weiter an einem Seglersteg beladen, wo sie wirklich nur ein handbreit Wasser unter'm Kiel hatte. Wieder auf der Elbe rutschten wir mit der Strömung am Domfelsen vorbei und weiter Richtung Norden. Hier münden Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal 10 Kilometer voneinander entfernt in die Elbe, es herrschte zum ersten Mal eine nennenswerte Berufsschifffahrt, wegen der wir sogar an einer Engstelle mehrere Minuten "warten" mußten - leichter gesagt als gerudert.
Die Mittellandkanal-Brücke über die Elbe war leider noch nicht fertig, so daß uns das Erlebnis, einmal gefahrlos "unter einen Frachter zu kommen", vorenthalten blieb. Überhaupt wimmelte es in dieser Gegend nur so von halben Brücken.
Trotz der Hitze erreichten wir erschöpft den Tangermünder Ruderclub im Hafen von Tangermünde. Hier gab es wieder nur ein LuMa-Quartier und wir mußten in der Stadt das Frühstück in einem Hotel anmelden.
Tangermünde ist DIE Touristenstadt schlechthin, stehen hier doch eine Menge alter Häuser und ein gigantisches Bollwerk von Stadtmauer. Als absolutes Highlight kann das "Quasimodo" bezeichnet werden...

Donnerstag, 08.06.2000

...wir (Alex und Dennis) verließen die Bar Stunden nachdem der Boden gewischt und die Stühle hochgestellt worden waren, die Kellnerin trug inzwischen Zivilkleidung und mußte uns die Tür aufschließen.
Das Aufstehen fiel wieder einmal schwer, aber das Frühstück im Hotel "Stars Inn" entschädigte uns für diese Mühe. Außer Hitze, Elbe, Elbe, Elbe und bis zum Schluß Schiebewind gab es heute weder besonders viel zu erleben noch viel zu berichten.
Das Passieren der Mündung des Gnevsdorfer Vorfluters (es wäre die letzte Möglichkeit gewesen, nach Hause zu RUDERN) bewegte uns nach 8 Rudertagen (inklusive Unstrut/Saale) weit weniger als erwartet.
Der Wassersportclub Wittenberge lag derart j.w.d., daß es keinen Unterschied gemacht hätte, auf irgendeiner Elbbuhne, Robinson Crusoe´s Insel oder auf dem Mond zu zelten. Lediglich die fast 30cm dicken Matratzen schrien geradezu nach intensiver und langdauernder Nutzung...

Freitag, 09.06.2000

...im Gegensatz zu den Duschen, die auch heute unbenutzt blieben. Unter anderem mit Rührei gestärkt, sonnten wir uns, während der Rückenwind uns gen Dömitz schob. Den Abzweig auf die Elde genommen und an der Schleuse gewartet, bis wir irgendwann doch einmal hochgeschleust wurden. Oben angekommen suchten wir die Schneise zum Kanuklub, die sich "irgendwo rechts" befinden sollte. Unter einer Trauerweide mußten wir hindurch, aber das war noch harmlos gegen dem Schilfdschungel, der vor uns lag. Dank der neuen Paddelhaken kamen wir heil hindurch.
Der Kanuklub war eine Hütte ohne jegliche sanitäre Einrichtungen und wir durften zelten.
Der Versuch, die Festung von Dömitz zu besichtigen, scheiterte an deren Öffnungszeiten. Also kehrten wir in einer Pizzeria ein, in der unsere Hauptbeschäftigung bald darin bestand, uns im Fliegenfangen zu messen - das "Ristorante" bot die besten Voraussetzungen.
Irgendwann im Laufe des Abends kamen dann die Ruderer von Welle-Poseidon hinzu, was den Abend mal wieder enorm verlängerte...

Sonnabend, 10.06.2000

...und den Schlaf verkürzte. Von nun an hatte Stefan als Fahrtenleiter das Kommando. Er hatte auf dem Wasser gemessene 58,6°C für diesen Tag bestellt, was so manche Fahrtteilnehmer zu einem Bad in der Elbe veranlasste. Zu guter letzt der Tagesetappe gab es mal wieder richtig schönen Gegenwind und unangenehm kühlen Sprühregen; niemand wollte wirklich mehr glauben, dass wir unterwegs ein Eis gegessen hatten.
In Lauenburg angekommen gab es aufgewärmten Tütenfraß, der nicht wirklich mundete aber unheimlich durstig machte. Am Abend legte sich die örtliche Dorf-Gang (bestehend aus zwei Halbstarken auf Fahrrädern) mit unseren Kleinen an. Wir quittierten eine uns gegenüber ausgesprochene Androhung der Gang, ihre "Skinhead-Freunde" zu holen, mit höhnischem Gelächter. Daraufhin zogen sie ab...

Sonntag, 11.06.2000

...und ließen sich auch nicht mehr blicken. Die heutige Tagesetappe war der Elbe-Lübeck-Kanal - ein stehendes Gewässer, was sich vor allem an der frühen Abfahrt und an der späten Ankunft bemerkbar macht.
Der Tag war wieder heiß und wir gingen uns mit einem Schubschiff gegenseitig auf die Nerven: Wir verzögerten seine Schleusungen und er verpestete unsere Luft. Eigentlich sollte es nur bis nach Mölln gehen, aber der VL verlängerte die Strecke spontan bis Lübeck (auf 66km).
Irgendwo vor einer der letzten Schleusen an diesem Tag befielen uns Dresdenen Zweifel an der Tauglichkeit Stefans Rudertruppe für diese lange Strecke; auf die Frage, wie lange er denn schon rudere, antwortete uns einer der Zwillinge ungehemmt ehrlich: "3 Wochen". Danke, wir verstehen.
In Lübeck trafen wir die Tangermünder wieder, die uns seit unserer Ankunft in Tangermünde um einen Tag vorausgefahren waren; ansonsten lag der Interessenschwerpunkt an diesem Abend beim auf dem Rathausplatz stattfindenden Mittelalterfest.

Montag, 12.06.2000

Der Morgen verlief relativ entspannt, da es nicht viel zu rudern gab. Damit der Fahrtenleiter auch einmal zu Wort kommt, wird ab heute sein Bericht zitiert - vielleicht auch, weil man das Geschehene einfach nicht anders beschreiben kann:
Da wir starken ablandigen Wind hatten, segelten wir mehr, als daß wir ruderten. Erst in Travemünde selbst mußten wir wieder etwas tun. Vorbei am Skandinavienkai und dem Passathafen umrundeten wir die Mole und legten schließlich am Travemünder Badestrand an.
Die "David Hasselhoff-Verschnitte" der DLRG guckten zwar etwas mißmutig, schritten aber nicht ein, als wir unsere Boote über den Strand aushoben, abriggerten und auf unseren Bootshänger luden, der sich auf der Uferpromenade als Touristenattraktion gut machte.
Nachdem wir unseren Bootshänger und die Busse aus dem absoluten Halteverbot der Uferpromenade wieder entfernt hatten, genossen wir noch den Badestrand. Wegen des etwas durchwachsenen Wetters allerdings ohne zu baden.

Dienstag, 13.06.2000

Am Dienstag ging es fast ohne Staus nach Berlin zurück.

 

Bericht von: Dennis "Ich bin kein Fahrtenleiter, wir sind ein Kollektiv",
Silke "Huuhuuuu"
& Stefan "Der alte D-2x+ is zu verkaufen? Nehm' ich!"


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