Rudern @ Dresdenia Berlin
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Nach der Schule trafen wir uns alle gegen 17 Uhr beim BRC Hevella. Wir, das waren Franzi, Pünktchen, Zeno, Gerrit Lipinski von Pro Sport Berlin (Post SV), Dennis Fischer vom BRC Hevella und ich, Chris Frieben. Da Gerrit an diesem Tag irgendwie Langeweile hatte, war dieser schon ein paar Stunden vorher eingetrudelt und hatte mit Dennis zusammen schon die zwei Boote abgeriggert, sodass wir diese nur noch auf dem Bootshänger verstauen mussten.
In Magdeburg angekommen luden wir erstmal die Boote und das Equipment ab, bezogen dann unser Quartier und riggerten danach die Boote auf. Nach getaner Arbeit setzten wir uns in gemütlicher Runde zusammen, aßen unsere Stullen als Abendessen und spielten gemütlich Karten. Franzi holte dann noch ihren Kuchen raus, der sich auch schnell auf die Hälfte dezimierte.
Nach etlichen Spielrunden und sehr vorangeschrittener Zeit gingen wir schließlich schlafen.
Nach üppigem Frühstück trugen wir die Boote gen Wasser, verluden all unsere Sachen und fuhren in folgender Konstellation los: Dennis, Pünktchen und ich im einen und Zeno, Franzi und Gerrit im anderen Zweier.
Nach wenigen hundert Metern kamen wir auch schon zur ersten und einzigen Schikane auf dieser Tour: der Domfelsen von Magdeburg. Aber immer auf der Steuerbordseite geblieben und schon war's gar kein Problem mehr! Den restlichen Tag ruderten wir gemütlich die Elbe entlang, machten einige Pausen und erreichten gegen Abend unser Ziel in Tangermünde.
Dort erfuhren wir erstmal, dass an diesem Wochenende das Burgfest steigt, welches wir uns nicht entgehen lassen sollten.
So beschlossen wir, dass wir nach dem Nudel-Abendessen uns stadtfertig machen und dann das Burgfest besichtigen werden. Gesagt, getan! Die ganze Innenstadt war für diese Festlichkeit gesperrt worden und überall gab es Stände. Nachdem wir uns alles angeguckt hatten gingen wir runter zum Hafenbereich, wo der Rummel aufgebaut war. An einem günstigen Getränkestand bestellten wir etwas für unsere trockenen Kehlen um unsere dehydrierten Sinne zu schärfen und Franzi und Gerrit schrieben ihre Pflichtpostkarten.
Für die nächste halbe Stunde sollten unsere Wege sich dann trennen, denn Franzi, Dennis und Pünktchen wollten Auto-Scooter fahren und Franzi nahm auch gleich die Postkarten mit, um sie auf dem Weg dorthin in einen Postkasten zu stecken. Nach zirka 30 Minuten trafen wir uns wieder und auf dem Nachhauseweg entdeckten wir einen Postkasten und machten Franzi darauf aufmerksam, doch was war geschehen? Die Postkarten waren nicht mehr in Franzis Tasche! Irgendwie hatte sie diese verloren und es nicht gemerkt. Wir dachten uns, dass es nicht so schlimm ist, denn der Finder würde sie bestimmt in den nächsten Postkasten stecken, sie waren ja beschrieben und bereits frankiert. Doch unsere Erfahrung belehrte uns leider eines Besseren und die Karten sind bis heute nicht angekommen.
Zurück im Bootshaus wurden wir darauf hingewiesen, dass gleich das Feuerwerk beginnen würde und man es vom Wasser aus schöner beobachten könnte, also schlossen wir uns den Einheimischen an und fuhren ein Stück raus, hingen uns an die anderen Boote, die einen Anker geworfen hatten und bestaunten das Feuerwerk!
Christian Frieben
Nach dem Abend mit dem schönen Feuerwerk war der Morgen in Tangermünde eine herbe Enttäuschung: es war sehr trüb und sah nach Regen aus.
Aber wir hatten ja keine Wahl, also frühstückten wir, verpackten unseren Kram wieder wasserfest und beluden die Boote. Einteilung: Gerrit mit Pünktchen und Chrissi und Dennis mit Zeno und meiner Wenigkeit.
Wir hatten gerade abgelegt und uns noch mal die Hafeneinfahrt von Tangermünde angeguckt, als es anfing zu regnen... und regnen... und regnen.
Es hörte dann zwischendurch auch immer mal wieder auf, aber hauptsächlich bestand dieser Tag aus Regen und dem langweiligen, da recht eintönigen Rudern auf der Elbe. Da an diesem Tag keiner so recht Lust auf längere Pausen an Land hatte, legten wir mehrere kleine auf dem Wasser ein, die auch den Vorteil hatten, dass wir weiterhin gut vorankamen.
Zwischendurch wurden wir von dem Kirchboot des Spandauer RC Friesen ein- und überholt, in dem auch eine Vorfahrt zum Wanderrudertreffen stattfand. Es hatte die gleiche Strecke wie wir und so grüßten wir uns auch nur mit einem "bis später".
Nach vielen Rätseln und auch einigen Kilometern erreichten wir Havelberg, wo wir auch wieder auf das Kirchboot stießen. Die Mannschaft wollte sich jedoch nur kurz trocknen, bevor sie dann weiterfuhr.
Nach einigen Diskussionen (Dennis hatte uns beim nachbarlichen Paddelclub angemeldet) belegten wir schließlich einen Bungalow beim Ruderclub, in dem wir sofort unsere nassen Sachen ausbreiteten.
Da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen und sogar die Sonne herauskam, machten wir uns auf den Weg, um Havelberg und seine Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden. Da ich auf der Suche nach Postkarten war (meine Schwester Cornelia wollte von jedem Ort eine haben!) freute ich mich, als ich die Touristeninfo entdeckte und sie sogar geöffnet hatte. Hier erhielt ich die Karte und auch eine Wegbeschreibung zum nächsten Lidl und Netto.
Leider lagen diese Läden am anderen Ende von Havelberg, aber es heißt ja nicht umsonst Wanderrudern....
Zurück im Verein ließen wir den Abend nach dem Essen mit Kartenspielen ausklingen.
Am Montag früh hieß es erst einmal Einkaufen. Dennis und Pünktchen blieben am Bootshaus und räumten auf; Zeno, Chrissi, Gerrit und ich zogen los zum Netto.
Das Einkaufen ging recht schnell (die Entscheidung über das Essen fiel auch leicht: Nudeln mit verschiedenen Soßen isst jeder und sind leicht zu transportieren).
Mit einigen Getränken und dem schweren Rucksack ging es wieder zurück zum Verein. Da alles gut vorbereitet war, waren die Boote schnell gepackt und wir konnten ablegen. Die Einteilung: Dennis, Chrissi und Zeno in einem, Gerrit, Pünktchen und ich in dem anderen Zweier.
Das Wetter war nach dem nicht sehr sonntäglichen Sonntagswetter angenehm, bewölkter Himmel und kein Wind.
Wir ruderten jetzt allerdings gegen die Strömung, was besonders während der Pausen zu bemerken war (mal eben zwei Kilometer während der Pause zu treiben war nicht drin, stattdessen hielten wir uns an der Betonnung fest, um nicht zurückzutreiben).
Ansonsten kam es an diesem Tag nur in Rathenow zu einer kleinen Unstimmigkeit: das Boot mit Dennis war bereits vorausgefahren und da Gerrit sich ja auskannte, wusste er, dass Ruderboote in Rathenow durch die Sportschleuse müssen. Im letzten Moment hatte Pünktchen noch den Pfeil in diese Richtung gesehen, so drehten wir und fuhren so lange in Richtung der Schleuse, bis wir von einem netten Menschen am Ufer darauf aufmerksam gemacht wurden, dass diese Schleuse nicht mehr in Betrieb ist. So kam Gerrit doch noch zum Steuern (den Tag über wollte er nicht), wir drehten und trafen in der anderen Schleuse das andere Boot wieder, welches dort schon eine halbe Stunde lag....
Von der Schleuse aus war es schließlich nur noch ein kleines Stück zum Rathenower Ruder-Club Wiking. Am Steg trafen wir wieder das Kirchboot, wobei der dort Anwesende sehr erstaunt war, dass noch jemand ankommt.
Aber letztendlich machten wir es uns dann oben im Saal bequem, kochten und aßen einen Teil der morgens gekauften Nudeln.
Anschließend wurden wieder die Karten gequält bis wir alle schlafen gingen.
Franziska Teucher
Nachdem wir uns hinreichend mit Frühstücken aufgehalten hatten, begaben wir uns zu den Booten. Die Einteilung war an diesem Tag: Dennis, Pünktchen und ich, Zeno, in der "Pro" und der Rest zwangsweise in der "Libelle".
Das Wetter war wie auch an den meisten anderen Tagen recht anständig, weshalb wir ohne allzu große Pausen gut vorankamen. Das Kirchboot war uns auch an diesem Tag ein treuer Begleiter, allerdings verzichtete es trotz eigentlich besserer Geschwindigkeit auf den Umweg, weshalb es deutlich vor uns in Plaue ankam. Unsere Mittagspause verbrachten wir am Strand eines Campingplatzes am Ende des Pritzerber Sees, auf dem wir anschließend selbst Gerrit mit Hilfe eines Schleichweges noch zu Neuwasser brachten.
Der sich dem Rudern anschließende Stadtbummel konnte aufgrund von Alternativen auf das Einkaufen reduziert werden. Der Abend klang wie gewöhnlich bei geselligem Kartenspiel aus.
Bevor wir mit dem Frühstücken beginnen konnten, mussten Gerrit und ich erst mal einkaufen gehen.
Nachdem dies sowie das darauf folgende Frühstück beendet waren, machten wir uns auf zu den Booten. Geplant war eine Plauer-See-Umfahrt unter Benutzung einer kleinen Durchfahrt, dank derer wir die große Halbinsel abkürzen wollten.
Dies gestaltete sich allerdings als schwierig, da die "Durchfahrt" von Plauer Seite aus sehr verwachsen und letztlich kaum auffindbar ist. Nachdem wir gezwungenermaßen den langen Umweg auf uns genommen hatten, entdeckte zumindest mein Boot, das ich mir mit Gerrit und Christian teilen durfte, doch noch die Durchfahrt, was wir dann auch gleich nutzten um sie zu durchqueren, wobei sich eine etwas abstrakte Verwendungsform der Skulls, näheres weiter unten, etablierte.
Drüben angekommen, gönnten wir uns eine kleine Kekspause, die wir uns redlich verdient hatten und während derer wir uns bemühten, die Einfahrt zur Abkürzung nicht aus dem Auge zu verlieren, um den unliebsamen Umweg nicht noch einmal auf uns nehmen zu müssen. Dieses gelang uns, wodurch wir nach erneuter Durchquerung der Abkürzung, dieses mal mit deutlich weniger Kraftverlust durch Reibung, wieder zu den anderen stoßen konnten, die Verwunderung darüber zum Ausdruck brachten, wo wir denn geblieben wären.
Nach dem Scheitern einiger Versuche, weitere Durchfahrten zu kleinen angrenzenden Seen oder Flüssen zu finden, fuhren wir Richtung Plane, wobei wir uns ein kleines Segelduell lieferten. Auf der Plane angekommen verloren wir nach und nach die "Pro" aus den Augen, wobei man eigentlich eher sagen sollte, dass die "Pro" uns aus den Augen verlor.
Die Plane wurde, je weiter wir vordrangen, immer dünner, woraus auch eine stärkere Gegenströmung sowie zunehmende Verwilderung resultierte. Nach wenigen Metern Schilfrudern, gingen wir wieder zum Staken über, wie weiter oben (unter abstrakter Verwendung erwähnt) schon vorher geschehen. Nach ungefähr zwei Kilometern, mehreren Kratzern, dem Verlust einer Flagge und einer vollkommenen Verdreckung des Bootes, fanden wir eine Anlegemöglichkeit, die wir für unsere Mittagspause nutzten. Eine äußerst freundliche Spaziergängerin erklärte uns, dass es nur noch ein paar wenige Meter bis zu einer Brücke wären. Diese schien uns ein angemessenes Ziel zu sein und wir "ruderten" weiter. An der Brücke drehten wir und machten uns auf den Rückweg. Nach einem klärenden Telefonat mit der "Pro" und vier Wanderruderkilometern in fünf Minuten, stellten wir fest, dass das andere Boot nie im Leben dort gewesen sein konnte, wo es vorgab gewesen zu sein.
Nach der Erkundung eines weiteren Seitenarmes und einer weiteren Pinkelpause erreichten endlich auch wir Brandenburg. Dort standen nun Einkaufen, Essen (nicht Kochen) und Stadtbummel inklusive Eisessen auf dem Programm.
Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass Gerrit an diesem Tag nicht einen einzigen Kilometer gerudert ist.
Zeno Diemer
Nach einer doch recht kurzen Nacht - obwohl, es war eigentlich die längste der ganzen Fahrt - erwartete uns im Gastraum, nachdem wir unsere Sachen gepackt hatten, ein reich gedeckter Frühstückstisch.
Nachdem wir uns gestärkt und uns Verpflegung für unterwegs gemacht hatten, ließen wir die Boote zu Wasser und beluden diese mit unseren Packsäcken. Wir verabschiedeten uns noch von den netten Leuten in Brandenburg und machten uns schließlich auf den Weg durch Brandenburg und zur Schleuse auf die Havel.
Nach einer angenehmen Fahrt durch die Natur der Havel bogen wir ein paar Stunden später auf den Trebelsee ein. Dort entschied sich das Post-Boot, bestehend aus Gerrit - wem sonst? -, Zeno und mir, den Weg nach Ketzin durch die alte Havel zu nehmen, um dort eine Pause einzulegen. Leider verstand das andere Boot unsere wilden Gesten nicht und es fuhr den Weg über den Kanal. Das war zwar kein Grund zur Sorge, dennoch sollten wir sie später nie wieder sehen... Nach einem K(r)ampf mit der Natur in der Wasserstraße landeten wir schließlich in Ketzin und wir legten am öffentlichen Anleger an. Zum Glück kam zu dieser Zeit kein Hafenmeister vorbei, denn dann hätten wir pro Meter Boot bezahlen müssen. Wir warteten eine ganze Weile auf das andere Boot, um mit ihnen gemeinsam unsere Verpflegung zu verspeisen, jedoch warteten wir vergeblich. Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Heimat.
Einige Ruderkilometer später bogen wir wieder auf die Havel ein und konnten schon die Glienicker Brücke sehen. Nun war es nicht mehr weit!
Wir ruderten nun zwar wieder auf heimischen Gewässern, doch unser anderer Zweier war bis dahin nicht wieder aufgetaucht.
Auch kamen uns immer mehr Ruderboote entgegen, die offensichtlich nach Werder unterwegs waren.
Bald darauf erreichten wir, etwas geschafft von der anstrengenden, kilometerreichen Fahrt, das Bootshaus des Pro Sport Berlin, von wo wir unseren Zweier her hatten.
Um den ganzen Dreck, bestehend aus Flaschen, Sand, Grünzeug, Gestrüpp, Verpackungen und allerlei anderem Kram aus dem Boot zu befördern und es in ordentlichem Zustand in die Halle der Post legen zu können, brauchten wir eine ganze Weile, Spüli und viel Wasser.
Letztendlich haben wir es aber doch geschafft und wir konnten nach Hause gehen und uns ausruhen. Das Rätsel um den verschwundenen Zweier mit Steuermann vom BRC Hevella ist jedoch bis heute noch nicht gelüftet...
Christian Wandrei
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