Rudern @ Dresdenia Berlin
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Am diesem Tag, um 8 Uhr trafen sich Karin, Jürgen, Monika, Frank, Gaby, Harry, Zeno, Jorin, Tycho, Pünktchen, Anja und Christian F. im Boothaus. Nachdem das Gepäck verstaut war fuhren wir Richtung Beeskow. In Beeskow angekommen, erwarteten uns Ute und Werner. Wir bezogen unsere Quartiere und machten uns ruderfertig, denn wir wollten noch zum Wergensee. Werner hatte die Bootseinteilung schon fertig und wir beeilten uns um in die Boote zu steigen, denn eine automatische Schleuse, die sich nur alle Stunde öffnet musste noch durchfahren werden. Einem Boot wurde sie zum Verhängnis. Es kam nicht mehr hinein. Die anderen Boote legten hinter der Schleuse an und das dritte Boot wurde umgetragen, was ziemlich schwierig war. Weiter ging es dann durch fast unberührte Natur zu unserem Zielort. Dort angekommen machten wir eine kurze Pause, aßen und tranken etwas und fuhren dann wieder zurück. Gegen 18 Uhr kamen wir in Beeskow an. Zum Abendessen gingen wir in die "Kirchenklause" wo dann auch Franziska und Dennis zu uns stießen.
Gabriele
Nach gewohnt opulentem Frühstücksbuffet inklusive Bootseinteilungsverkündung durch VL Gustav wurden die drei Boote ins Wasser gebracht und umgehend mit Ruderern und deren "Notwendigstem" bestückt. Monika war bereit, den Landdienst am heutigen Tage zu übernehmen und bekam Wasserkarten zur Orientierung auf den Landstraßen überreicht.
Bei akzeptablem Wetter und umgeben von schönster Natur erreichten wir den Schwielochsee, ohne auf dem weg dorthin unsere "übliche" Wechselstelle an der Spree bei Ranzig gefunden zu haben; Verwunderung machte sich breit. Von solcherlei Krisen ließen wir uns aber selbstverständlich nicht beeindrucken und wechselten einfach auf dem Wasser die Steuerleute - was ohnehin sowohl athletischer als auch spaßiger anzuschauen ist. Nachdem der an diesem Tag erstaunlich gut ruderbare Schwielochsee schon fast zu Ende schien, wurde dann doch deutlich, wie sehr Gustavs Boot die fehlende Wechselpause zu schaffen gemacht hatte: Um sich Erleichterung verschaffen zu können, wurde zielstrebig ein Badestrand angesteuert, was dem örtlichen "Baywatch"-Verschnitt entschieden zu weit ging.
"Nur noch um die Insel rum" und schon war unser Tagesziel Goyatz erreicht. Nach Absolvierung der standesgemäßen Kneipp-Prozedur verbrachte ein jeder die Pause so, wie es ihm am besten behagte. Oder kurz gefasst: Essen, Trinken, Rumalbern und vereinzelt auch mal ein Nickerchen wagen. Auch Monika war unbeirrt von umfangreichen Baumaßnahmen pünktlich zur Stelle, nur die Gewässerkarten schienen für den Landdienst nicht das Non-Plus-Ultra gewesen zu sein.
Die Rückfahrt verlief fast ohne besondere Zwischenfälle. Hervorzuheben ist lediglich, dass "unsere" Wechselstelle sich wieder angefunden hat. Der Strand neben der leicht zu übersehenden Personenfähre hatte sich in den vier Jahren unserer Abwesenheit in eine Wiese verwamdelt und auch der Wald schien ein Stück näher ans Ufer gerückt zu sein. Schon aus Prinzip haben wir natürlich angelegt. Schön, wenn irgendwo noch mehr Grünzeug wächst als plattgetrampelt wird.
Nachdem wir die über 40 Kilometer hinter uns gebracht und geduscht hatten, durften wir dann noch ein echtes Stück DDR-Mentalität bestaunen. In Beeskow nennt es sich "MiniMal" und machtsich dadurch bemerkbar, dass der Kunde nicht etwa König ist, sondern mit einem barschen "Wollen sie auch was kaufen oder nur gucken?" begrüßt wird. Das Verkaufspersonal ist sich, zumindest was die Entfernung des eigenen Standortes zu anderen Supermärkten angeht, also ziemlich sicher.
Beim Italiener, der für unser leibliches Wohl an diesem Abend sorgen sollte, gab es dann eine weitere Überraschung: Faßbrause auf der Getränkekarte! Dass das Gespritzte mit Faßbrause dann nicht nur knallrosafarben war, sondern auch noch nach Chemie mit Schaum schmeckte, ließ diese Freude aber schnell wieder schwinden, und auch den Kameraden, die Faßbrause pur bestellt hatten, erging es nicht besser. Aber sonst war's okay.
Am Abend erlaubte uns Frau Köppen, den "Gemeinschaftsraum" samt TV-Gerät zu nutzen, wodurch wir das Viertelfinale der Fußball-EM schauen konnten. In Faro (Portugal) standen sich Schweden und die Niederande gegenüber und bis zum Ende der Verlängerung stand es 0:0. Im Elfmeterschießen qualifizierte sich Holland zur Trauer von Anja, Frank und Monika mit 5:4. Danach durften wir ins Bett gehen.
Dennis
Das Wetter war an diesem Morgen unauffällig, der Himmel bedeckt, wenig Wind und ruhiges Wasser. Nach der Mannschaftseinteilung ruderte ich heute mit unserem Fahrtenleiter Gustav, mit Zeno, Christian Frieben und Pünktchen (Christian Wandrei) im Vierer "Deutschland" – ein altes geklinkertes Boot, etwas schmaler als "Spree" und "Havel", lief sehr gut. Gustav fand heraus, dass der Vierer "Deutschland" in fernerer Vergangenheit "Ostpreußen" hieß, in der früheren Vergangenheit in "DDR" umbenannt wurde und nach der Wende den Namen "Deutschland" erhielt.
Da wir als Erste auf dem Wasser waren, ruderten wir gleich los zum alten Spreearm. Dort ergab sich ein schönes Fotomotiv, die Beeskow überragende Marienkirche, umrahmt von alten Häusern und viel Grün. Wir warteten auf unsere Kameraden in den Booten "Spree" und "Berlin". Dann ruderten wir auf den schon vertrauten Gewässern über Leißnitz- und Glower See bis zur Einfahrt in die neue Spree. Diese war umgeben von Wald, Wiesen und Sumpf. An der Ufergaststätte bei Trebatsch mussten wir scharf backbord in die alte Spree, ein schmales verkrautetes Fließ. Ein kleines Motorboot kam uns entgegen, dessen Kapitän befürchtete, nicht vorbei zu kommen, weil wir ja so viel Platz verbrauchten. Der kannte die Rudertechnik nicht, denn mit "Skulls lang" sausten wir an ihm vorbei.
Auf der 3 Kilometer langen abenteuerlichen Strecke war unser Steuermann Pünktchen mit voller Konzentration im Einsatz.
Wir passierten bei dem Ort Sawall eine alte Landwirtschaft, wo es mächtig nach Gülle roch. Dazu passend überraschte uns ein sonderbares brückenartiges Gestell, auf dem eine Rohrleitung befestigt war. Dieses Hindernis musste wiederum platzsparend durchfahren werden. Wenig später erreichten wir bei der Halbinsel Eichwerder erleichtert den Schwielochsee. Wir ruderten zügig bis zum Leißnitzsee zur wohlverdienten Pause. Im flachen warmen Wasser erfrischten wir unsere Füße und beim Picknick beobachteten wir den Fährmann auf der Seilfähre, die gern von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Die Fähre verbindet den Ort Leißnitz mit dem Ufer bei Ranzig.
Auf den letzten Kilometern bis zum Bootshaus konnten wir Wärme und Sonne genießen sowie den Geräuschen der Natur lauschen. Rohrdommel oder Rohrsänger, wer versteckte sich im Schilf?
Gegen 14 Uhr waren wir nach 30 Ruderkilometern zurück in Beeskow und beschäftigten uns sofort mit dem Reinigen und Vertäuen der Boote. Duschen, Gepäck verstauen und möglichst schnell nach Hause fahren war der Wunsch von vielen Kameraden. Nur drei Ehepaare und ein junges Paar besichtigten noch die Marienkirche. Äußerlich ist dieser bedeutende Backsteinbau wieder hergestellt. Im Inneren wartet sehr viel Arbeit auf die Restauratoren.
Im Garten der Kirchklause endete diese erlebnisreiche und harmonische Wanderfahrt bei einem gemütlichen Abendessen. Danach fuhren wir zufrieden nach Hause.
Karin
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